WIESMOOR - Wenn man sich am Wochenende aus dem Haus getraut hat, dann nur, um ins kühle Nass zu gehen. Doch so mancher Tourist trotzte der brüllenden Hitze und ließ sich im Torf- und Siedlungsmuseum traditionelles Handwerk zeigen.

'Heute waren schon mehr als 200 Besucher hier', freute sich der Vorsitzende des Vereins zur Erhaltung des moorkundlichen Heimatgutes, Gerold Kayser, am Sonnabendnachmittag. Auch der Sonntag war gut besucht.

Keine Spur von Hektik und Stress, das Team Moorkolonat ist routiniert. Gelassen auch die Stimmung bei Armalie ter Veen aus Großoldendorf, Alfred und Annita Weber aus Spetzerfehn und Renate Kruse aus Hatshausen. Das fingerfertige Vierergespann ist stets dabei, wenn die Veranstaltung im Museum ansteht. Und das ist immerhin drei Mal im Jahr der Fall.

'Wir haben uns immer etwas zu erzählen', sagte Armalie ter Veen, während sie in der kühlen Wohnküche im Kolonistenhaus zwischen Kaminofen, 'updröcht Bohnen' und Butzenbetten Wolle spinnt. Für den Wiesmoorer Generationenverein war die Teilnahme eine Premiere. Für einen guten Zweck nähten, strickten und bastelten die fleißigen Mitglieder im historischen Trauzimmer. 'Ein kleines Mädchen war so begeistert, dass sie spontan mitgebastelt hat', erzählte Manuela Stadtlander-Lüschen vom Generationenverein. Die Ergebnisse, sprich: selbst gemachte und kindgerechte Taschen, Haarbänder und auch Kuscheltiere sollen Ende des Jahres an die Tafeln in der Umgebung gehen.

Für 'frischen Wind' sorgte Jascha Scheve aus Rhauderfehn-Langholt mit seinen gezeichneten Portraits von Berühmtheiten wie Lady Gaga oder Marilyn Monroe. 'Ich male, seit ich einen Stift halten kann', so der 16-Jährige. Die Details und Akzente setzt er mit Kugelschreiber, Bunt- und Gelstiften. Sehenswert.