Wiesmoor - Lange war wegen der Pandemie das Spielen von Blasinstrumenten nicht erlaubt. Diese Zäsur bekam auch das Stadtorchester Wiesmoor zu spüren. Erst jetzt konnte das Stadtorchester seine Proben wieder aufnehmen. „Mit Abstand und bei geöffneten Türen und Fenstern“, wie Orchestersprecherin Angela Franzen-Looger berichtet.
Vor zwei Wochen habe Dirigent Burghard Tamm zum ersten Probenabend nach dem Lockdown eingeladen – wie gewohnt im Saal des Forums in der Kooperativen Gesamtschule. Am Platz durfte oder musste der Mund-Nasen-Schutz spielbedingt abgenommen werden. „Aber wenn man herumlaufen wollte, kam der Schutz auf die Nase“, beschreibt auch Alfred Rother, der Vorsitzender des Vereins Stadtorchesters Wiesmoor und zudem vierseitiger Musiker ist.
22 Mitglieder im Orchester
Etwas verhalten sei man nach langer Pause mit dem Übungsbetrieb der etwa 22 Mitglieder gestartet. Im Sommer des vergangenen Jahres habe man sich ein paar Mal getroffen, in voller Besetzung allerdings seit dem Lockdown im Frühjahr nicht mehr. Bestimmte Stücke, so Rother, habe der musikalische Leiter Tamm erst wieder in Erinnerung rufen müssen. Gemeinsam gehe man jetzt jedoch vor allem neue Einstudierungen an.
Öffentliche Konzerte und Teilnahmen? „Die nehmen wir erst einmal nicht in den Blick und warten Anfragen ab“, sagt Alfred Rother. Ziel sei es jedoch, dass das Wiesmoorer Stadtorchester im Sommer 2022 wieder öffentlich in Erscheinung tritt. „Viele von uns brennen schon darauf, wieder auftreten zu können.“ Das Ensemble war 1968 als „Moormusikanten“ gegründet worden; die heutige Bezeichnung gibt es sei 2017.
Berufsbedingtes Ausscheiden
Wermutstropfen bei der musikalischen Arbeit des Vereins: Das Wiesmoorer Jugendorchester hat die Zwangspause durch die Corona-Pandemie nicht überlebt. Wie deren musikalischer Leiter Alfred Rother mitteilt, wurde die zuvor 20-köpfige Formation wegen nicht ausreichender Gruppenstärke und damit fehlender Spielfähigkeit aufgelöst. Die Interessen mancher Mitwirkenden hätten sich offenbar verändert; andere beendeten oder beenden ihren Schulbesuch, gehen in die Berufsausbildung oder wollen auswärts ein Studium beginnen. Das Konzert in der Friedenskirche im Januar 2020, so der Dirigent, sei der letzte Auftritt des Jugendorchesters gewesen. Danach sei schon das geplante Bläser-Jugendwochenende nicht zustande gekommen.
„Die verbliebenen Jugendlichen haben wir in das Stadtorchester integriert“, erläutert Rother. Man warte die weitere Entwicklung ab und starte eventuell mit zeitlichem Abstand eine Neugründung des Nachwuchsorchesters. Von Wichtigkeit war dies stets, weil für das „große Orchester“ immer wieder neue Spieler ausgebildet werden konnten. Die Jahreshauptversammlung des Stadtorchester soll es wohl erst im Frühjahr 2022 geben. Dann stehen auch Wahlen zum Vorstand auf der Tagesordnung.
