Wiesmoor - „Sven Lübbers weiß, wie man die Stadt voranbringen kann“, betonte auf Nachfrage unserer Zeitung Horst-Richard Schlösser (Grüne), Sprecher der Ratsgruppe „Wir für Wiesmoor“, in der auch Helmut Meyer (Die Linke) sitzt. Der 36-jährige Lübbers hatte vergangene Woche bekannt gemacht, dass er am 12. September als parteiloser Kandidat für das Amt des Bürgermeisters kandidiert.
„Ich habe mich richtig gefreut und halte ihn für geeignet“, unterstrich Schlösser. Nicht ohne Grund habe ihn der Stadtrat vor Jahren einstimmig auf den Posten des Fachbereichsleiters Zentrale Dienste gewählt. Lübbers sei aufgrund des Alters und seiner Ausbildung belastbar. Unterstützt wird die Kandidatur des Fachbereichsleiters auch von SPD und CDU.
Ganz anders sehen die Meinungen zu diesem Personalvorschlag vonseiten der kleinen Gruppen im Rat aus.
Kritik kommt aus den kleinen Gruppen im Rat
„Wir betrachten Herrn Lübbers als einen nicht geeigneten Kandidaten“, ließ Frieda Dirks (parteilos), Fraktionsvorsitzende vom Wiesmoorer Bündnis (WB), verlauten. Man sehe den bisherigen steilen Karriereverlauf „auch finanziell als überzogen an“, und glaube, dass Sven Lübbers nicht die erforderlichen Voraussetzungen mitbringt, um die Stadt aus ihrer schwierigen finanziellen Lage herauszuführen.
Auch im Namen ihres Fraktionskollegen Edgar Weiss (parteilos) betont Frieda Dirks: „Bemerkenswert erscheint, dass sich durch den gemeinsamen Kandidaten von SPD und CDU abermals die Profillosigkeit dieser beiden Ratsfraktionen zeigt.“ Man sei zuversichtlich, dass sich weitere Kandidaten bewerben werden.
FDP/ödp selbst auch auf Kandidatensuche
Die Ratsgruppe von Wolfgang Sievers (FDP) und Marion Fick-Tiggers ist nach eigenen Aussagen bereits seit längerem auf der Suche nach einem geeigneten Bewerber. „Es deutet sich an, dass es wohl noch andere Kandidaten gibt“, erklärte Sievers auf Nachfrage. „Einen leichten Durchmarsch, wie es sich CDU und SPD vorgestellt haben, wird es also nicht geben.“
Fick-Tiggers und er denken, dass Sven Lübbers „zurzeit noch nicht das Profil hat, um den Posten eines Hauptverwaltungsbeamten auszufüllen“.
Wolfgang Sievers wirft SPD und CDU bei deren gemeinsamer Nominierung von Lübbers zum Bürgermeisterkandidaten vor, als Union den einfachsten und kürzesten Weg beschritten zu haben. „Sie sind nicht in der Lage, einen eigenen guten parteiunabhängigen Kandidaten für solch ein wichtiges Amt zu suchen und zu finden.“
