Wiesmoor - Die Freilichtbühne in Wiesmoor in diesem Jahr mit Musik und Theater aus ihrem Dornröschenschlaf zu holen, das hatte sich Sven Lübbers bereits im vergangenen Herbst vorgenommen. Doch dem Fachbereichsleiter in der Stadtverwaltung machte Corona einen gehörigen Strich durch die Rechnung.
„Von all unseren Planungen haben wir nichts umgesetzt“, bedauert Lübbers, der sich gemeinsam mit Bürgermeister Friedrich Völler auf die Fahne geschrieben hat, den Bereich Kultur und Freizeit weiter auszubauen – und insbesondere für junge Menschen mehr zu bieten. „Wir konnten Agenturen gewinnen, die von der Freilichtbühne als Veranstaltungsort begeistert waren“, berichtet der Fachbereichsleiter. Zu ihnen gehört Boese-Events in Oldenburg, die den Auftakt des Konzertjahres 2020 mit der Herbert-Grönemeyer-Tribute-Band aus Hannover bestreiten wollte. Die Kölner Agentur Life Stage Productions UG wollte mit dem „Sherlock-Musical“ nach Wiesmoor kommen und gleich sieben Vorstellungstermine anbieten. Und die Kreuz-Kirchengemeinde Marcardsmoor hatte bereits ein Event für die bewaldete Bühne in Vorbereitung.
Während die vorgenannten Veranstalter erst einmal eruieren wollen, wie es aus ihrer Sicht künftig auf die Wiesmoorer Freilichtbühne weitergehen kann, hat das Veranstaltungsbüro Paulis aus Braunschweig bereits einen der ersten Pflöcke eingeschlagen: Das Sommer-Highlight mit der Simon & Garfunkel-Coverband „Feelin Groovy“ ist jetzt für den Samstag, 31. Juli, terminiert. Der erste Hit soll um 20 Uhr erklingen; die Karten gibt es jetzt schon im Vorverkauf bei Paulis. Und bereits erworbene Tickets behalten für den Ersatztermin ihre Gültigkeit. Für das nächste Jahr ebenfalls angekündigt hat der Verein Wiesmoorer Generationen sein Jugendfestival „Planet Future“, das bald nach dem Blütenfest stattfinden soll, dessen Veranstaltungen natürlich ebenfalls für eine Belebung der Open-air-Bühne im Grünen wird.
„Wir unternehmen jetzt erneute Anstrengungen zur Belebung der Bühne mit ihren 2500 Sitzplätzen im nächsten Jahr. Denn im Sommer und Herbst werden für gewöhnlich die Verträge geschlossen“, betont Sven Lübbers. Allerdings bestehe bei den großen Agenturen wegen der unsicheren Prognose hinsichtlich der Corona-Pandemie eine große Unsicherheit. „Dabei setzen wir bewusst darauf, durch vertretbare und interessant kalkulierte Mieten eine langfristige Zusammenarbeit mit den Agenturen aufzubauen.“ Der Fachbereichsleiter geht davon aus, dass die Freilichtbühne ab dem kommenden Jahr „ein Selbstläufer als Veranstaltungsort“ wird.
Vor dem Hintergrund, dass es in diesem Jahr keinen Betrieb auf dem Gelände der 1954 erstmals genutzten Freilichtbühne gibt, ist auch der Ersatz für die hölzerne Regie- und Technik-Bude oberhalb der Zuschauerränge zunächst auf Eis gelegt. Sven Lübbers: „Sie soll erst im nächsten Jahr durch ein Container-Element ersetzt werden, sodass die Elektrik gut geschützt ist.“ Ebenfalls werden die Traversen, die für die geplanten Profi-Veranstaltungen erforderlich sind, noch nicht angeschafft.
Um die allmählich abgängigen, roten Schalensitze austauschen zu können, hatte Lübbers einen Aufruf an Fußballvereine in der ersten bis dritten Liga gestartet, bei denen die Bestuhlung zur Disposition stehen könnte. Die Abfragen sind allerdings negativ verlaufen; kein Verein konnte den Wiesmoorern weiterhelfen.
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