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Kommunalwahl Sozialdemokraten verlieren absolute Mehrheit in Wiesmoor

Wiesmoor - Die Sozialdemokraten in Wiesmoor haben bei der Kommunalwahl am Sonntag im Stadtrat ihre absolute Mehrheit eingebüßt, für die sie seit Jahrzehnten bekannt war. Etwa fünf Prozentpunkte büßte die SPD ein und landete bei 47,83 Prozent. Nicht mehr 16, sondern 14 Sitze gehen demnach an diese Fraktion. „Mit einem derartigen Ergebnis haben wir nicht gerechnet, wir sind aber zufrieden“, kommentierte Fraktionsvorsitzender Benjamin Feiler, der sein persönliches Ziel „400 + X“ erreicht hat.

Da es im Stadtrat vor allem um Sachentscheidungen geht, würden sich sicher Mehrheiten finden lassen, blickt Feiler zum Beispiel in Richtung der Grünen, mit denen „eine vernünftige Zusammenarbeit“ möglich sei. „In der Wahlnachbereitung werden wir überlegen, ob wir eine Koalition eingehen“, sagt der Fraktionschef. „Hervorragend“ sei es gelungen, die Lücken nach dem Ausscheiden von Alfred Meyer und Karl-Dieter Jelken zu schließen. Neben der SPD-Ortsvereinsvorsitzenden Marika Timker sind Helge Hanekamp, Stefan Budde, Thomas Wright und Jürgen Hedemann, der nicht nur in Voßbarg guten Zuspruch erhielt, neue Gesichter im Volksparlament.

„Maximum erreicht“

„Wir haben das Maximum erreicht“, zeigt sich CDU-Stadtverbandsvorsitzender Klaus-Dieter Reder „sehr zufrieden“ von den erreichten 18 Prozent und sechs Sitzen im künftigen Rat. „Unsere Strategie ist aufgegangen, wieder zweitstärkste Kraft zu werden.“ Dabei habe man wegen der drei aus der Fraktion ausgetretenen Personen mehr Schwierigkeiten befürchtet. „Aber auch der Bundestrend hat ein Stück weit hineingestrahlt“, erklärt Reder. Mit der TG-Geschäftsführerin Nicole Elit und Arno Beitelmann gebe es sogar zwei neue Gesichter. Er gehe davon aus, dass Friedhelm Jelken wiederum das Amt des Vizebürgermeisters angeboten wird.

„Hinter diesem Ergebnis müssen wir uns nicht verstecken“, sagt Reiner Zigan, dessen Freie Wählergemeinschaft Wiesmoor (FWW) erstmals mit vier Politikern (13,22 Prozent) in das Volksparlament einzieht. Die drei früheren CDU-Fraktionsmitglieder Friederike Dirks, Ingo Lenz und er selbst haben den Sprung erneut geschafft; über die FWW-Liste gelang dies erstmals ebenso Horst Eisenhauer. „Wir hätten uns eigentlich einen noch größeren Zuspruch ausgerechnet, aber die Treue zu den Volksparteien ist hier sehr hoch“, kommentiert Zigan. Seine Wählergemeinschaft wolle sich langfristig etablieren.

„Ein kleines Wunder“

Wie ein „kleines Wunder“ sieht Diedrich Kleen seinen Wahlerfolg: Mit 428 Stimmen zieht das Mitglied der Tierschutzpartei erstmals in den Wiesmoorer Stadtrat ein und freut sich auf neue Aufgaben. „Ich habe schon vor der Wahl auch durch mein Engagement für eine Hundefreilauffläche viel Zuspruch erfahren.“ Dass es dann aber doch reichte, hätte er nicht gedacht. „Der Tierschutz ist auch im Kontext mit dem Klimawandel immer wichtiger. Vielleicht hat sich mancher Jungwähler für meine Partei entschieden“, mutmaßt der 49-Jährige, der vielleicht mit den Grünen zusammenarbeiten möchte.

Für diese Partei kommen Helmut Meyer und Horst-Richard Schlösser erneut in den Stadtrat, die ja bereits zuvor unter dem Namen „Wir für Wiesmoor“ zusammengearbeitet hatten. „Dass wir zwei der drei Kandidaten im Rat haben, ist schon toll. Aber unser Zuspruch hätte noch besser ausfallen können“, erklärt Meyer.

Nachdem Wolfgang Sievers in Wiesmoor nicht mehr kandidiert hat, zieht Heribert Kansy für die FDP als einziger Ratsherr seiner Partei in den Stadtrat ein – als Neuling. Er erhielt zwar nur 51 Stimmen; aber das Gesamtvotum für die Freien Demokraten bei der Kommunalwahl verschafften ihm den Sprung ins Lokalparlament. „Die beiden Wählergemeinschaften sind ja auch liberal ausgerichtet und haben uns Stimmen abgezogen“, lautet Kansys Einschätzung. Dennoch sei er zufrieden.

Der Marcardsmoorer ist froh, dass die FDP im Wiesmoorer Stadtrat vertreten ist, mit Helmut Emkes ein Freidemokrat aber auch im Gemeinderat Großefehn und Kreistag Aurich sitzt. „Immerhin waren wir fünf Jahre nicht im Kreistag vertreten.“ Für Frieda Dirks und Edgar Weiss bleibt es wie es ist: In der „Freien Bürgerliste Wiesmoor“ (FBW) arbeiten sie weiterhin in bewährter Form im Rat mit. Weiss bedauert allerdings, das es „Tula“ Chrissochoidou (183 Stimmen) nicht geschafft hat.

Detlef Kiesé
Detlef Kiesé Redaktion Wittmund
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