Wiesmoor - Die Entscheidung fiel nach reiflicher Überlegung kurz vor dem Annahmeschluss am 26. Juli: Wolfgang Sievers, der seit 2006 dem Wiesmoorer Stadtrat angehörte und bis 2016 für die FDP auch im Auricher Kreistag saß, kandidiert für beide Gremien bei der kommenden Kommunalwahl nicht mehr, was er den Verwaltungen an diesem besagten Montag schriftlich mitteilte.

Dabei stand der Politiker noch kurz zuvor auf der Bewerberliste der Freien Bürgerliste Wiesmoor (FBW), die sich erst kürzlich aus den Ratsfraktionen Wiesmoorer Bündnis und FDP/öpd-Gruppe gebildet hatte. In letzterer arbeitete Sievers seit Beginn der Legislaturperiode mit Marin Fick-Tiggers (ödp) zusammen, nachdem zuvor Horst-Richard Schlösser (grüne) Gruppenpartner gewesen war.

Vor allem der Umgang der Mitglieder in den politischen Gremien Wiesmoors miteinander habe ihn zu seinem Rückzieher bewegt, erklärt der 63-jährige Wolfgang Sievers auf Nachfrage. Zurückgezogene Anträge in der jüngsten Bauausschusssitzung hätten bei ihm das Fass zum Überlaufen gebracht. „Ich möchte mich aber weiterhin als Vorsitzender des FDP-Kreisverbandes Wittmund engagieren“, betont der in Mullberg lebende Freidemokrat, der seine Bewerbung „aus persönlichen, aber nicht gesundheitlichen Gründen“ zurückgezogen hat.

Der dreifache Familienvater war als Vorsitzender einer Bürgerinitiative gegen Windkraft zur Kommunalpolitik gekommen und stellte sich 2006 für den damaligen Gemeinderat zur Wahl. Er wurde auf Anhieb in das Kommunalparlament gewählt und trat in die FDP ein.

Seither waren die Raumordnung, in der auch die Windenergie eine Rolle spielt, Ökologie und Ökonomie seine Schwerpunktthemen. „Ich bin nicht gegen Windkraft, nur bestimmte Rahmenbedingungen zum Schutz von Umwelt, Mensch und Boden müssen erfüllt sein“, betonte der bei der Bundeswehr beschäftigte Wolfgang Sievers einmal. 2007 kandidierte der Mullberger für die FDP auf Landesebene und holte immerhin acht Prozent. Enttäuscht zeigte sich Sievers schließlich im Frühjahr, als der FDP-Ortsverein Wiesmoor ihn nicht auf den ersten Listenplatz setzen wollte.