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Archäologie Auf Spuren der Megalith-Erbauer

Anna Maria Weiss
HOLZHAUSEN - Zwei Grabungstechniker, fünf Studenten der Unis Kiel und Rostock und Projektleiter Daniel Nösler vom Niedersächsischen Institut für historische Küstenforschung Wilhelmshaven haben eine Woche lang den Acker der Holzhauser Familie Mahlstedt umgegraben. Das Team ist im Landkreis Oldenburg und den Regionen Cuxhaven, Emsland und Rotenburg (Wümme) auf der Suche nach steinzeitlichen Funden, mit denen sich Erkenntnisse über die Erbauer der Großsteingräber gewinnen lassen. Dabei sind sie nicht planlos vorgegangen. Bereits im Januar hatte sich das Team in Holzhausen auf die Suche gemacht und großflächig Ackerflächen mit einem Geomagnetik-Messgerät sondiert (die

NWZ

 berichtete). Die Auswertung der Analyse im Institut in Wilhelmshaven ergab auffällige Strukturen im Boden. „Damit haben wir nicht gerechnet. Dass wir so eindeutige Strukturen finden würden, hat uns wirklich überrascht“, erklärt Nösler.

Grabungsgelände besichtigt

Der Projektleiter führte am Donnerstag einige Hobbyarchäologen vom Arbeitskreis Archäologische Denkmalpflege Landkreis Oldenburg und dem Förderverein Urgeschichtliches Zentrum Wildeshausen (UZW) über das Grabungsgelände und informierte sie über die Ergebnisse der Forschung.

Mit Baggern hatte das Team an fünf verschiedenen Stellen Schnitte im Boden vorgenommen, um die auffälligen Strukturen, die die geomagnetische Analyse gezeigt hatte, freizulegen. Nicht an allen vermuteten Stellen wurden die Archäologen auch fündig. Doch an anderen Stellen konnten Reste von Gräben nachgewiesen werden. „Diese Gräben lassen sich als Überreste von Befestigungen interpretieren“, so Nösler. Anhand der Größe der Fläche geht das Archäologen-Team davon aus, dass die Anlage an der Holzhauser Bäke einen Durchmesser von mindestens 250 Metern gehabt haben muss.

Aufgrund des sehr säurehaltigen Bodens in der Gegend sind die Befunde zwar sehr ausgeblichen, doch laut Nösler gibt es keinen Zweifel daran, dass dies ein von Menschenhand geschaffener, sehr alter Graben sei. Nösler geht von einem Alter von bis zu 5000 Jahren aus.

„Die Nähe zu den Megalithgräbern, die sich alle unweit von Flussläufen oder Bächen befinden, können wir davon ausgehen, dass diese Gegend besiedelt war“, meint der Projektleiter. Jetzt liegen auch gesicherte archäologische Beweise vor.

Einschnitte wieder auffüllen

Daraus lässt sich folgern, dass Großsteingräbern und die Befestigungsanlagen bzw. Siedlungen zusammen gehören. Um weitere gesicherte Erkenntnisse zu gewinnen, werden Bodenproben auf Getreidereste untersucht, die einen Hinweis auf menschliche Aktivität geben können. An der Uni Kiel wird zudem eine C-14-Datierung vorgenommen, so dass in einem Vierteljahr das Alter der Funde auf circa 100 bis 200 Jahre genau angegeben werden kann.

Die Arbeit des Archäologen-Teams ist in Holzhausen damit abgeschlossen und hat sich als voller Erfolg erwiesen. Bleibt nur noch, die Grabungsspuren auf dem Acker der Familie Mahlstedt wieder verschwinden zu lassen.

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