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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Gemeinden Wildeshausen

„Beschluss zur Umbenennung der Straße aufheben“

28.02.2013

Wildeshausen Mit einem brisanten Thema hat sich der Ausschuss für Stadtentwicklung, Bau und Umwelt am kommenden Dienstag, 5. März, zu beschäftigen: der Umbenennung der Bürgermeister-Petermann-Straße. Dazu liegen – wie berichtet – aus Kreisen der Anlieger Namensvorschläge wie „Weizengrund“ oder „Roggenstraße“ vor. Ratsherr Karl Schulze Temming-Hanhoff beantragt allerdings, den Ratsbeschluss zur Umbenennung der Straße aufzuheben. Zugleich fordert er, das Thema von der Tagesordnung des Bauausschusses zu nehmen.

Er hätte den Antrag auf Aufhebung des Ratsbeschlusses gern eher gestellt, so Temming-Hanhoff zur NWZ . Allerdings habe Bürgermeister Kian Shahidi erst jetzt auf sein mehrseitiges Schreiben vom Herbst vergangenen Jahres geantwortet. Auf Anregungen des Ratsherrn antwortet der Bürgermeister lediglich, dass sich in Oldenburg die dortige Universität mit der Namensgebung Oldenburger Straßen befasst. In Wildeshausen stünden für ein vergleichbares Forschungsprojekt keine Mittel zur Verfügung.

Temming-Hanhoff ist deutlich verärgert: „Der Ratsbeschluss bedeutet eine Diskriminierung der Familie Petermann gegenüber Gesinnungsgenossen der NS-Zeit, die weiterhin Namensgeber von Wildeshauser Straßen sein dürfen.“ Der Ratsherr erinnert hier nur an Raketenpionier Wernher von Braun oder an Schriftsteller August Hinrichs. „Während gegen Hermann Petermann lediglich pauschale Vorwürfe erhoben werden, sind diese bei von Braun und Hinrichs wesentlich konkreter“, sagt Temming-Hanhoff. So habe von Braun wesentlich zur Zerstörung der Städte Coventry und Antwerpen beigetragen. Hinrichs wurde 1944, also während der NS-Zeit, mit der Ehrenbürgerwürde der Stadt Oldenburg ausgezeichnet.

Dagegen habe Petermann (1897-1977), von 1933 bis 1945 Bürgermeister, nach dem Krieg das „Entnazifizierungsverfahren“ durchlaufen. Später habe er sich als ehrenamtlicher Bürgermeister und Landrat um Wildeshausen verdient gemacht und dafür sogar 1977 das Bundesverdienstkreuz erhalten. „Sollte der Beschluss zur Umbenennung der Bürgermeister-Petermann-Straße nicht aufgehoben werden, muss zwangsläufig auch das Bundesverdienstkreuz aberkannt werden“, so Temming-Hanhoff.

Die Straßenumbenennung dürfe erst der letzte Schritt bei der Vergangenheitsbewältigung sein. Da für eine „echte Aufarbeitung“ im Haushalt offenbar das Geld fehle, sei es sinnvoller, den Ratsbeschluss aufzuheben.

Stefan Idel Redaktionsleitung / Redaktion Wildeshausen
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