Wildeshausen - Der nationale Gedenktag an die Opfer des Nationalsozialismus soll in Wildeshausen in diesem Jahr in veränderter Form begangen werden. Zwar sei am Sonntag, 27. Januar, um 10 Uhr eine Kranzniederlegung auf dem Jüdischen Friedhof geplant, bei der Bodo Gideon Riethmüller vom Landesverband der Jüdischen Gemeinden spreche. An den beiden folgenden Tagen werde es eine Ausstellung in der Realschule Wildeshausen geben, die von den Schülern des 9. Jahrgangs erarbeitet wurde.
Der Lerneffekt für die Schüler beim Gedenken auf dem Friedhof sei recht gering gewesen, räumte Realschulleiter Jan Pössel am Dienstag ein. Es gab gemeinsame Überlegungen mit den Schulleitern, der Stadt und Riethmüller. Unter der Regie der Fachlehrer Christian Langfermann und Marcus Schwoll wurden an der Realschule zwei so genannte Methodentage durchgeführt, um eine Veranstaltung zum Gedenktag vorzubereiten. An einem Vormittag im vergangenen Jahr befassten sich die Schüler mit dem „Projektmanagement“. Am Montag galt es, in verschiedenen Arbeitsgruppen Plakate und Powerpoint-Präsentation zu gestalten. „Das soll eine Ausstellung von Schülern für Schüler werden“, merkte Pössel an. Nach Angaben von Geschichtslehrer Schwoll sind diese Themen geplant:
Offiziell eröffnet wird die zweitägige Ausstellung am Montag, 28. Januar, um 10 Uhr von Bürgermeister Kian Shahidi. An den Vormittagen ist die Schau den Wildeshauser Schulen vorbehalten. Dazu werden gut 500 Jugendliche erwartet. Jeweils Montag- und Dienstagnachmittag zwischen 14 bis 17 Uhr ist sie öffentlich zugänglich. „Die Besucher sollen sich Zeit für die Themen nehmen“, regte Schwoll an. Damit das gelingt, werden Schüler in regelmäßigen Abständen Kurzvorträge halten. Etwa 30 Referate seien an den zwei Tagen geplant. Außerdem liegen Fragebögen aus, die zur Vertiefung des Themas beitragen sollen.
„Es gibt immer noch eine große Betroffenheit unter den Schülern, wenn die NS-Zeit im Unterricht thematisiert wird,“ weiß Schwoll aus Erfahrung. „Viele schlagen die Hände vor den Kopf zusammen, und fragen, wie es so weit kommen konnte.“ Den Pädagogen gehe es aber nicht allein um Betroffenheit, sondern um Verantwortungsbewusstsein für die Demokratie.
