DüNGSTRUP - Beim Blick auf seine Freunde in der Wildeshauser Geest kann Christian Schwabschneider schon mal etwas neidisch werden: „Hier sind so viele Jugendliche dabei“, lobt der Präsident der Société dAviculture de Barr im Elsass (Frankreich) die Aktivitäten des Kleintierzüchtervereins I 23 Düngstrup und Umgebung. „Uns fehlen die jungen Leute.“ In die Ehrenpreisliste der 35. Wildeshauser Geest-Schau trug sich diesmal Jugendvereinsmeister Niklas Hollinden mit seinen „Farbenzwergen“ ein.
„Ein ganz großes Herz“
Auf dem Saal der Gaststätte Schönherr sahen die zahlreichen Besucher diesmal 180 Kaninchen, Hühner und Tauben aus 25 Rassen. Die 35. Geest-Schau hatte überregionales Flair: Neben den Freunden aus dem Elsass konnte Vorsitzender Ralf Trautmann Züchter des Vereins M 132 Penzlin (Mecklenburg-Vorpommern), des I 94 Varel-Land und aus dem benachbarten Visbek begrüßen. Und Suzanne Lotz, Bürgermeisterin der Gemeinde Goxviller (deutsch: Goxweiler), hatte es sich nicht nehmen lassen, ihren Mann zu begleiten. Er stellte „Wiener“ aus.
„Der Erfolg kommt nicht von ungefähr“, lobte Bürgermeister Dr. Kian Shahidi das hohe Fachwissen im Verein. Der Umgang mit Tieren helfe Jugendlichen soziale Kompetenz zu erwerben. Der SPD-Bundestagsabgeordnete Holger Ortel meinte, Kleintierzucht sei kein Hobby, sondern eine Passion. „Dazu gehört auch ein ganz großes Herz“, wies er auf die Verantwortung der Züchter für „Mutter Natur“ hin. Grußworte sprachen auch die Landtagsabgeordneten Renate Geuter (SPD) und Karl-Heinz Bley (CDU) sowie Klaus Martens vom Kreisverband Oldenburg-Nord der Kaninchenzüchter. Geschenke überreichte Barrs Vereinspräsident Schwabschneider, der Shahidi unter anderem ein großes Lebkuchenherz aus dem Elsass mitgebracht hatte.
Seltene „Texaner“
Für zehnjährige Mitgliedschaft im Verein I 23 erhielten Ralf Trautmann, Editha und Werner Meyer die Bronzene Ehrennadel. Den Stadtehrenpreis überreichte Shahidi in diesem Jahr an Gerd Vortkamp aus Visbek für seine „Havanna“-Kaninchenzucht (siehe Kasten). Günther Gramm vom befreundeten Verein aus Penzlin erhielt für seine „Weißen Neuseeländer“ ebenso einen Stadtehrenpreis wie Ingrid Weddige für ihre „Federfüßigen Zwerghühner“. Auch eine üppig bestückte Tombola mit mehr als 400 Preisen lockte wieder auf Schönherrs Saal.
Schwabschneider (58), seit gut einem Jahr Präsident der SA Barr, stellte zum ersten Mal in Düngstrup aus. Der gelernte Kunstmaler brachte „Niederländische Hochflieger“ mit. Als Rarität hierzulande gelten auch Tauben der Rasse „Texaner“. Für seine „Texaner rezessiv-rot“ bekam Michel Burgard aus Barr prompt den Landesverbandsehrenpreis. Die Fahrt habe sich gelohnt.
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