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Tierheim Für Wildeshausen Gefordert: Tagesstätte für Hunde stark nachgefragt

26.08.2019

Düngstrup „Ohne die Tierpension wären wir aufgeschmissen“, sagt Jule Mosgallik. Die 45-Jährige aus Ahlhorn und ihr Ehemann Uwe müssen aus beruflichen Gründen ihren Hund „Pluto“, ein Golden Doodle, für mehrere Tage in der Woche in die Obhut von „Bella for Dogs“ geben. Auch Urlaubsflüge seien ohne die Pension kaum möglich. „Wir möchten, dass unser Hund nicht weggesperrt wird. Er braucht den Menschenanschluss“, erklärt Jule Mosgallik.

Lounge für Tageshunde

Es gibt einen steigenden Bedarf nach Hunde-Tagesstätten (HuTas), sagen Isabel („Bella“) Kaczoreck und Eva Maria Liersch von der Hundepension „Bella for Dogs“ und dem Gnadenhof für Hunde in Düngstrup, der wiederum vom Verein „Stay forever“ getragen wird. Darum hat das Duo sein Dienstleistungsangebot massiv ausgebaut. Auf dem Resthof entstanden acht weitere „Lounges“ für Hunde. Zwei weitere Gruppenzimmer sollen kommendes Jahr dazu kommen. Die Hundepension hat nun 14 Plätze. Weiterhin haben Kaczoreck und Liersch zehn „Tageshunde“ in Obhut. „Bella for Dogs“ besitzt zudem ein eigenes Rudel von zwölf Hunden verschiedener Rassen, Größen und Charaktere. Jeder Gasthund finde schnell Anschluss.

Das Konzept kommt an. „Wir haben eine lange Warteliste für die HuTA“, verrät Kaczoreck. Es gabe sogar schon Reservierungen für die Silvesternacht 2020/2021. Für einen „Tageshund“ der sich von 6 bis 19 Uhr auf dem Düngstruper Hof aufhält, zahlen die Besitzer 15 Euro pro Tag. Sehr zufrieden zeigt sich auch Sigrid Wildeboer, die mehrmals im Jahr ihren Rumänischen Hütehund „Ambra“ in der Düngstrup Pension unterbringt. „Wir haben schon vieles ausprobiert“, erzählt Wildeboer. „Hier klappt alles prima.“

Die Hundepension hat zudem drei Tiere aus anderen Vereinen in Pflege. Sieben Hunde seien es zurzeit auf dem Gnadenhof. „Durch Alter und Krankheit haben Hunde, die wir im Gnadenhof aufnehmen, keine Chance auf Vermittlung in einem Tierheim“, berichtet Eva-Maria Liersch.

Bereits zum vierten Male hatten „Bella for Dogs“ und der Verein „Stay forerver“ am Sonntag zum großen Sommerfest auf den Hof eingeladen. Das bunte Programm lockte Hunderte von Besucherinnen und Besucher mit ihren Vierbeinern. Sie konnten sich beispielsweise mit ihren Lieblingen in eine Snoezelen-Ecke zum Chillen zurückziehen, Fotos von Michaela Schönfeld machen lassen oder eine Tierzeichnung von Verena Riehe anfertigen lassen. Tipps zur Tiergesundheit gab es von Osteopathin Judith Richter und Physiotherapeutin Christina Gnade. Tanya Busch aus Visbek frisierte Tiere – unter anderem Hundedame „Waltraud“ von Sonja Gerke. Auch Hundetrainerin Nina Hohendahl informierte. Die jüngsten Besucher konnten sich bei Nicole Schmidt schminken lassen. Von einer Gondel am Hüffermann-Kran ließ sich das bunte Treiben aus der Vogelperspektive beobachten. Für Musik sorgte der Singer/Songwriter Tom Hardy. Bei einer Tombola wurden insgesamt 1800 attraktive und wertvolle Sachpreise und Gutscheine (nicht nur für Hundehalter) verlost, teilte Kaczoreck mit.

Selbst gemachte Marmeladen wurden verkauft. Die Ehrenamtlichen organisierten auch das Café und eine Grillstation. Da es beim Fest möglichst wenig Müll geben sollte, gab es erstmals Mehrwegbecher, die den Aufdruck des Vereins „Stay forever“ trugen. Gnadenhof-Verein wie Hundepension boten einen Tierkalender für 2020 an; auf den Bildern sind viele Vierbeiner der Anlage zu sehen. Das Fest hatte familiären Charakter – lockte aber auch Besucher aus weiten Teilen des Landes. Aus Celle war eigens Dirk Scheff mit seinem Leonberger-Hund „Duno“ angereist.

SPD will ein Tierheim

Angesichts des großen Bedarfs will die SPD die Forderung nach einem Tierheim in Wildeshausen erneut auf den Tisch bringen. Das bestätigte der SPD-Ortsvereinsvorsitzende Thomas Harms auf Anfrage unserer Zeitung. „Die momentane Situation ist kein Zustand“, rügte er unter anderem den Fundtier-Vertrag mit dem Tierheim in Bergedorf (Gemeinde Ganderkesee). „Wir haben viele Ehrenamtliche im Tierschutz, denen von Seiten der Wildeshauser Politik permanent vor den Kopf gestoßen wird“, sagte Harms weiter. Diese Situation wollten die Sozialdemokraten nicht weiter hinnehmen. Daher werde es schon in Kürze einen Antrag der SPD-Ratsfraktion geben.


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Stefan Idel Redakteur / Landespolitischer Korrespondent
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