Wildeshausen - Natürlich liegt absprachegemäß die Genehmigung der Stadt vor. Auf dem Marktplatz, zwischen den Blumenkübel mit Blick auf das Stadthaus, haben Torsten Koschnitzke, Franz Bahlmann und Michael Witten von „Willi wühlt“ den rosa Betonhaufen samt Maulwurf platzieren lassen. Der Standort ist mit Bedacht gewählt, denn um die Zustände im Stadthaus geht es. „Wir möchten Antworten auf Fragen“, so Torsten Koschnitzke, „und zwar Klartext“. Adressat des langen und sehr kritischen Fragenkatalogs: Bürgermeister Dr. Kian Shahidi.
Die Liste der Fragen geht los mit der Vertretungsregelung in Urlaubszeiten im Stadthaus. „Der Chef ist in Ferien und scheinbar weiß niemand Bescheid“, so der Eindruck der Willi-wühlt-Gruppe. Nächste Frage: „Warum will denn niemand in unser schönes Wildeshausen und unsere ebenso schöne Stadtverwaltung? Ja, viele, die hier bei uns waren und mit großem Trara in ihr Amt eingeführt wurden, kehren der Stadt und ihrem Dienstherrn den Rücken.“ Benannt wird Bauamtsleiter Ulrich Fortmann, der nach nur dreieinhalb Jahren gehe. „Er hätte doch wirklich alle Hände voll zu tun: Hallenbad, Feuerwehr, Entwicklung neuer Gewerbe- und Bauflächen – Bauamtsleiterherz, was willst Du mehr.“ Inoffiziell sei zu hören, dass Fortmann keinen Spielraum hatte und sich nicht entfalten konnte. Koschnitzke verweist auf ein Zitat eines Ratsmitglieds: „Das war nicht nur bei Fortmann so. Shahidi hat Mitarbeiter oftmals vorgeführt und sich nicht hinter sie gestellt. Wenn es unangenehme Fragen gibt, muss stets der Mitarbeiter Auskunft geben.“
Die Willi-wühlt-Aktivisten werfen zu mehreren weiteren Personalien Fragen auf, sei es der Rücktritt von Peter Hahn als Wanderwegewart, die Kandidatur des langjährigen Mitarbeiters im Stadthaus, Michael Krüger, bei der Bürgermeister-Wahl in Großenkneten oder der Fortgang der Kämmerin Katrin Albertus-Hirschfeld vor einigen Jahren.
Die Initiatoren von „Willi wühlt“ wünschen sich nach eigener Aussage nur eins: „ehrliche Antworten. Vielleicht spricht der Bürgermeister wirklich mal Tacheles.“ Mit welcher Reaktion rechnen die Bürgermeister-Kritiker? Antwort von Koschnitzke: „Es gibt drei Möglichkeiten. 1. Er ignoriert das Ganze. 2. Wir werden in Tacheles aufs Übelste beschimpft. 3. Er gibt vernünftige Antworten.“
Bis Montagmorgen ist der Maulwurf vor dem Stadthaus genehmigt.
