Wildeshausen - Die Grünen-Fraktion im Kreistag ist besorgt über den Antibiotikaeinsatz in der Tierhaltung und die daraus resultierenden möglichen Auswirkungen auf die Nahrungskette und Trinkwasserversorgung. „Wir beobachten seit Jahren eine zunehmende Resistenz gegen Antibiotika sowohl im Humanbereich als auch in der Tierhaltung“, bestätigte der Leiter des Kreisveterinäramtes, Dr. Carsten Görner, am Dienstagabend im Sozial- und Gesundheitsausschuss. In der Humanmedizin seien die Probleme aber deutlich höher als in der Tierhaltung.

Laut Kreisverwaltung sind in der Tierhaltung viele Probleme hausgemacht, häufige Mängel seien Dokumentations- und Lagerungsfehler. Als Beispiel für die Verbreitung von Keimen nannte Görner die Trinkwasserversorgungsanlagen in den Ställen. Für eine Wartung sollte es vorgeschriebene Termine geben. Er wünscht sich manchmal klarere Rechtsvorschriften. „Immerhin werden Tausende Hähnchen über das Tränkewasser geimpft.“

Durch die Änderung des Arzneimittelgesetzes im Vorjahr soll eine Reduzierung des Antibiotikaeinsatzes erreicht werden, so Görner. Doch leider, so Görner, liege die Überwachung nicht nur bei den Veterinärämtern, sondern neuerdings vor allem beim Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (Laves).

Eduard Hüsers (Grüne), berichtete von einer Studie aus den Niederlanden, die einen Zusammenhang zwischen Massentierhaltung und der Verbreitung von antibiotikaresistenten Keimen nachgewiesen habe. Er verwies auch auf den OOWV-Wassertag, auf dem von Antibiotika in tieferen Trinkwasserschichten die Rede gewesen sei.

Nach Aussagen von Dr. Leonard Hamschmidt, Ärztlicher Leiter des Gesundheitsamtes, müsse in der Humanmedizin an verschiedenen Stellen angesetzt werden. Eine bessere Vernetzung von Krankenhäusern, Pflegediensten, Altenheimen und Gesundheitsämtern sei sinnvoll. Zurzeit betreue die Kreisverwaltung mit erheblichem personellen Aufwand unter anderem das Krankenhaus in Wildeshausen sowie insgesamt 15 Pflegeeinrichtungen im Landkreis hinsichtlich der Vermeidung von multiresistenten Erregern. Ziel sei die Zertifizierung und damit eine Qualitätsverbesserung. Die Vergabe des Hygienesiegels an das Johanneum soll in der zweiten Jahreshälfte erfolgen.

Christoph Koopmeiners Redaktion Cloppenburg