Wildeshausen - Das machen nicht viele Kommunen: den Willen der Eltern zum Thema Ganztags-Grundschule abfragen. Die Stadt Wildeshausen hingegen hat in einer großen Erhebung 1387 Eltern von Kindergarten- und Grundschulkindern mit Fragebögen ausgestattet. Kernpunkt: Wird eine Ganztagsschule gewünscht oder nicht?

Das Ergebnis fiel deutlich aus. 52,77 votierten für den Ganztag, 35 Prozent dagegen, 12,5 Prozent mochten sich noch nicht festlegen. Für Günter Lübke (CDU) „ein ganz klares Ergebnis“.

Amtsleiter Hans Ufferfilge und Ausschussvorsitzer Hermann Hitz (UWG) sahen das etwas anders. Denn: Von allen Eltern hatten sich an der Umfrage lediglich etwas mehr als die Hälfte beteiligt. Mithin seien nur 26,1 Prozent für eine Ganztagsschule, merkte Ufferfilge an.

Im Ausschuss sah man das mehrheitlich anders. „Die Beteiligung ist hervorragend“, meinten Vertreter von CDU, Grünen und FDP unisono. Sie sei sogar höher als bei der Bürgermeister-Stichwahl.

Lars Kosten (FDP) meinte: „Wir dürfen die Befragung jetzt nicht zerreden.“ Und Stephan Rollié (CDU) stellte fest, dass man sich auf die Antworten konzentrieren sollte, die von Eltern formuliert worden seien. Damit solle sich nun der Arbeitskreis befassen und in den kommenden Sitzungen über Detailfragen sprechen.

Die wichtigste dabei dürfte wohl das Geld sein. Was der Stadt im Bereich der Grundschulen bevorsteht, wurde beim nächsten Tagesordnungspunkt deutlich. Nicht nur wegen eines möglichen Ganztagsangebotes, sondern vor allem wegen der Inklusion müssen an der Wallschule sowie der St.-Peter-/Holbeinschule etliche Um- und Anbauten ausgeführt werden. Im Ausschuss gab ein beauftragtes Planungsbüro einen groben Überblick. Für die Wallschule wären danach rund 3,05 Millionen Euro fällig. Bei der St.-Peter-/Holbeinschule kommen die Experten auf 3,25 Millionen. Auch diesen Tagesordnungspunkt verwies der Ausschuss zunächst in den Arbeitskreis.

Nicht nur die Grundschulen haben Investitionsbedarf. In der Einwohnerfragestunde kam erneut die Hauptschule auf die Tagesordnung. Was dort in welchen Umfang passieren könnte, ist aber unklar. „Im November beginnen die Haushaltsberatungen. Dann muss die Politik Prioritäten festlegen“, sagte der künftige Bürgermeister Jens Kuraschinski.