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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Gemeinden Wildeshausen

Mit mulmigem Gefühl ins Bett

19.05.2017

Wildeshausen Die Sicherheit in den Computernetzwerken hat für viele Firmen in Wildeshausen höchste Priorität – nicht erst seit den jüngsten weltweiten Hackerangriffen, unter anderem auf die Deutsche Bahn. So gibt die Volksbank Wildeshauser Geest knapp eine Million Euro im Jahr für Datensicherheit, Computertechnik, Speicherplätze, Leitungsnetze und andere IT-Systeme aus, wie Volker Jaentsch (Leiter Vertriebsorganisation der Volksbank) berichtet. „Das Bankenwesen ist inzwischen sehr technisch“, erklärt er.

Keine XP-Programme

Als Tim Lüschen, EDV-Leiter der Kreisverwaltung in Wildeshausen, vom weltweiten Hackerangriff erfuhr, ging ihm zuerst durch den Kopf, wie sich die Attacke ausbreiten und was im Kreishaus passieren könnte. „Doch blinder Aktionismus ist fehl am Platz“, meint er. Wichtig sei, die richtigen Informationen zu sammeln. „Wir sind mit unserem Microsoft-Betriebssystem relativ aktuell. XP-Programme, die betroffen waren, gibt es bei uns nicht mehr.“

Im Gegensatz zur Kreisverwaltung hat die Volksbank keine eigenen Server. Für alle Volks- und Raiffeisenbanken in Deutschland gibt es zwei Serverstandorte – Münster und Karlsruhe. „Das ist ein in sich geschlossenes System“, sagt Jaentsch. Die Schutzmechanismen seien ähnlich hoch wie beim Online-Banking. Vom System abgefangen würden ab und an E-Mails mit verdächtigen Anhängen.

Ähnlich beschreibt es Tim Lüschen. Von Spams und Phishingattacken bleibe auch die Kreisverwaltung nicht verschont, doch Virenschutzprogramme und Firewalls schützten das System erfolgreich.

„Als ich Mitte der 90er Jahre bei uns in die EDV einstieg, hatten wir 20 bis 30 Computer, heute sind es 600“, macht Lüschen die Entwicklung deutlich. Neben eigenen Servern bedient sich der Landkreis wie viele andere Kommunen der KDO (Kommunale Datenverarbeitung Oldenburg).

Die größte Herausforderung für Lüschens EDV-Abteilung seien die vielen verschiedenen Softwareprogramme aufgrund der unterschiedlichen Fachverfahren. So arbeiteten zum Beispiel in der Straßenverkehrsbehörde die Zulassungsstelle, die Führerscheinstelle und die Bußgeldstelle mit unterschiedlichen Computerprogrammen.

Den Rechnern beim Wildeshauser Windkraft-Unternehmen SSC Wind konnte die jüngste Attacke nichts anhaben, weil das Betriebssystem auf dem neuesten Stand ist. „Ich fand es im Gegenteil eher schockierend, dass ein Unternehmen wie die Deutsche Bahn noch Windows XP benutzt“, sagt IT-Administrator Uwe Griegel. Er weiß aber auch, dass es keinen hundertprozentigen Schutz gibt. „Eine klassische Achillesferse sind externe Verbindungen, etwazu Kunden“, beschreibt Griegel die größte Herausforderung seiner Arbeit.

Von Locky betroffen

Der Wildeshauser Maschinenbauer Atlas Weyhausen war im Vorjahr vom Virus Locky betroffen. „Das hatte eines unserer Laufwerke verschlüsselt“, erzählt Administrator Frank Wagner. „Ich musste das Laufwerk wieder auf den Stand des Vortags zurücksetzen, um das Virus loszuwerden. Das hat mich eine Nacht Arbeit gekostet.“

Heute schützt sich Atlas mit einem dreistufigen Virenscanner, der eine externe Firewall, einen Spamserver und Virenschutz auf den lokalen Rechnern umfasst. „Genug geschützt fühlt man sich trotzdem kaum“, gesteht Wagner. „Als ich letzte Woche von der Attacke gehört habe, bin ich auch mit einem mulmigen Gefühl eingeschlafen.“

Christoph Koopmeiners Wildeshausen/Dötlingen / Redaktion Wildeshausen
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