Wildeshausen - Seit 2003 kooperiert der Landkreis Oldenburg mit der Schuldnerhilfe in Niedersachsen. Diese Zusammenarbeit soll laut Beschlussvorschlag bis zum 31. Dezember 2016 verlängert werden. Dafür sind jährliche Zuschüsse seitens des Landkreises von bis zu 126 656,07 Euro vorgesehen. Diesen Beschluss empfahl der Kreis-Sozial- und Gesundheitsausschuss einstimmig.
Gabriele Roggenthien (Grüne) und Robert Wittkowski, Leiter des Dezernats Soziales im Kreishaus, lobten „die stets sehr gute Zusammenarbeit“. Die Stelle sei in Wildeshausen immer gut frequentiert und gewährleiste ein hohes Maß an Anonymität, so Roggenthien.
Positiv zur Kenntnis genommen wurde der Zuschussantrag für das Oldenburger Interventionsprojekt (Olip), vom Oldenburger Verein Konfliktschlichtung. Zielgruppe sind Männer, die durch häusliche Gewalt aufgefallen sind und mit Hilfe von Einzel- und Gruppentrainingsmaßnahmen behandelt werden sollen. Für das kommende Jahr wurde ein Zuschuss von 7500 Euro beantragt. Ein Beschlussvorschlag lag zur Abstimmung jedoch noch nicht vor.
Laut Hilko Finke (Grüne) seien im Landkreis Oldenburg zurzeit 460 Fälle von häuslicher Gewalt registriert, Dunkelziffer unbekannt. Allerdings mahnte Wittkowski dazu an, eine Bezuschussung „nicht übers Knie zu brechen, da auch die anderen Landkreise Ammerland und Wesermarsch noch ihre Zustimmung geben müssten.“ Außerdem sei noch zu klären, ob auch gewalttätige Frauen behandelt werden könnten, so die Anregung der Gruppe SPD/Grüne. Grundsätzlich standen alle Fraktionen dem Finanzierungsantrag jedoch positiv gegenüber.
Der Sozial- und Gesundheitsausschuss hatte sich im November 2012 mit dem Thema „Zukunft des Seniorenservicebüros“ befasst und sich mehrheitlich für die anteilige finanzielle Förderung in diesem und im kommenden Jahr ausgesprochen. In einem Schreiben vom 30. April dieses Jahres an den Landrat Frank Eger hatte die neue Niedersächsische Sozialministerin Cornelia Rundt (SPD) mitgeteilt, dass sie konkrete Überlegungen zur Neuordnung der seniorenpolitischen Beratungsstrukturen in Niedersachsen hätte. Insbesondere werde an der Zusammenführung von Seniorenservicebüros mit den Pflegestützpunkten gedacht.
Diesem Vorschlag steht Herwig Wöbse, CDU-Kreistagsfraktionsvorsitzender, kritisch gegenüber. „Die Vernetzung der Einrichtungen untereinander ist wichtig“, erklärte er. „Wir sollten die bestehenden Einrichtungen jedoch nicht zusammenlegen.“ Er gab dabei die entstehende Distanz insbesondere für Menschen in ländlichen Regionen zu bedenken. „Wir sollten das Rad nicht immer neu erfinden“, pflichtete Roggenthien bei.
Man könne Kommunen nicht dazu zwingen, Beratungsstellen zusammenzulegen. Der Landkreis Oldenburg sei darauf vorbereitet, ab dem kommenden Jahr Zuschüsse zu geben. „Wir können das Servicebüro auch ohne Zuschüsse in Eigenregie weiterführen“, sagte Eckhard Hildebrandt (FWG). Man habe mit dem Büro bereits gesprochen.
