Wildeshausen - 17 616 rechtsmotivierte Straftaten wurden im vergangenen Jahr begangen – angefangen vom Hitlergruß über Volksverhetzung bis hin zu Gewaltdelikten. Aus dieser Erkenntnis und dem Eindruck des derzeit stattfindenden NSU-Prozesses lud der Arbeitskreis für Demokratie und Toleranz im Wildeshauser Präventionsrat zu einem Theaterstück ein. „Der Kick“ heißt das dokumentarische Stück, das aus der Vorlage eines realen Falles entstanden ist. Aufgeführt wurde es vom Schauspielkollektiv Neues Theater Lüneburg. Es analysiert Faktoren für die Entstehung von Extremismus und verdeutlicht die Gefahr der Eigendynamik von Gewalt, wenn sie durch extremistische Ideologien gerechtfertigt sind.

An einem Vormittag erlebten zunächst die vier Abschlussklassen der Realschule Wildeshausen mit ihren Lehrerinnen das intensive Stück in der Musikschule, nachmittags wurde es dann noch einmal im Forum des Gymnasiums vor Schülern und interessierten Erwachsenen vorgeführt. Im Anschluss wurde das Stück mit dem Regisseur Thomas Flocken und den Schauspielern nachbereitet.

Für die zehnten Klassen der Realschule fand die Nachbereitung in der Schule mit Kriminalhauptkommissar Stefan Brockschmidt sowie Ingeborg Jacoby und Imke Schmidt vom Präventionsrat statt. „Dabei ging es vor allem auch um das aktuelle Auftreten der rechten Szene, das heißt Kleidung, Symbolik und Musik“, berichtet der Arbeitskreis. Brockschmidt zeigte auf, wie die Neonazis um köpfe, Straßen und Parlamente kämpfen. Sein Tipp: „Geht wählen!“ Wer demokratische Parteien wähle, gebe Rechtsextremisten keine Chance, in die Parlamente zu kommen.

Die beiden Aufführungen wurden finanziert durch den Präventionsrat der Stadt Wildeshausen, die Nieberding-Stiftung und einen Eigenanteil der Schüler von 2 Euro.