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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Gemeinden Wildeshausen

Rückblick: Turbulent, teuer, telegen

30.12.2013

Wildeshausen Jener Freitagnachmittag am 27. September 2013: Für Wildeshausen waren es „historische Stunden“. Ein zuvor fast unvorstellbares Fünf-Parteien-Bündnis von CDU, SPD, FDP, Grünen bis hin zu den Linken stellt eine gemeinsame Bürgermeister-Kandidatin vor. Um 17 Uhr ist der Pressetermin. Bis dahin haben alle das Geheimnis gewahrt. Sabine de Buhr-Deichsel tritt als Kandidatin an. Kurze Zeit später verkündet der Amtsinhaber Dr. Kian Shahidi auf seiner Internetseite, dass er für eine weitere Amtszeit nicht mehr zur Verfügung steht. Diesen Schritt begründet er damit, dass der Rat tags zuvor den 25. Mai 2014 als Wahltermin festgelegt habe. Daher sei er von seiner ursprünglichen Linie abgewichen, sich erst zum Jahresende zur Frage einer erneuten Kandidatur zu erklären, erläutert er. Zur Gegenkandidatur schreibt er kein Wort.

Einen Kandidaten neben de Buhr-Deichsel wird es wahrscheinlich trotzdem geben. Der Wildeshauser Jens-Peter Hennken hat sich per Internet von Hunderten Bürgern bestätigen lassen, dass sie eine Alternative zur Kandidatin haben möchten. Ob außer Hennken noch weitere den Hut in den Ring werfen, ist eine der spannenden Fragen in 2014.

Ein Rückblick auf ein Jahr, in dem Wildeshausen für Turbulenzen und Überraschungen immer gut war.

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Altlastensanierung: Bei diesem Wort stehen allen die Haare zu Berge. Die Beseitigung der Altdeponie in der Pagenmarsch erweist sich als Millionengrab: Was mal mit 870 000 Euro kalkuliert war, liegt aktuell bei 2,85 Millionen Euro an Kosten.

Brötchentaste: Seit Juli gibt es an Hunte- und Westerstraße 15 Minuten kostenfreies Parken. Jahrelang war darüber diskutiert worden.

Culture Route of the Council of Europe oder auch „Europäische Kulturstraße“: Über diese Auszeichnung für die Straße der Megalithkultur jubelt der Naturpark Wildeshauser Geest im August.

Daniela Baron ist die neue Stadtmarketingbeauftragte, inzwischen mit eigenem Büro an der Burgstraße. Mit der Kombination aus Gänsemarkt, 25 Jahre Kreisstadt und Bahnhof-Vorstellung setzt sie im November ein erstes Ausrufezeichen. Das Riesen-Programm stößt auf ebensolchen Zuspruch. Alle Beteiligten sind begeistert.

Einweihungen gab es einige. Am Lehmkuhlenweg eröffnet der heilpädagogische Kindergarten „Farbenfroh“, für 1,9 Millionen Euro gebaut. Die St.-Peter-Schule und die Holbeinschule bekommen nach den Sommerferien einen Hort mit 20 Plätzen, betrieben von den Johannitern. An der Delmenhorster Straße entsteht ein repräsentatives Bürogebäude (Hunte-Kontor) mit einer auffälligen Ausstellungsfläche von Kunstrasen im Außenbereich. Und selbst der Bahnhof ist fertig – zumindest von außen. Endgültige Nutzungen im Inneren lassen noch auf sich warten. Immerhin: Yucatan gibt im Dezember ein erstes Konzert in der Ex-Güterhalle.

Farbenfroh: Kunststudenten der Uni Oldenburg leisten im Sommer ganze Arbeit und verzieren die bis dato trostlose weißgraue Turnhalle der St.-Peter-Schule/Holbeinschule mit großen farbigen Sportpiktogrammen.

Gregor Gysi kommt im zweiten Anlauf zum großen Auftritt nach Wildeshausen. Beim Schaffermahl wird der Linken-Fraktionschef zunächst ein-, dann ausgeladen. Alternativ lockt ihn Kreszentia Flauger im Mai zu einem öffentlichen Auftritt samt Heringsessen auf den Marktplatz. 800 Zuschauer kommen (und damit viel mehr als beim ausgewählten Kreis des Schaffermahls).

Hochprozentig: Im April lässt der Zoll einen Schwarzbrenner hochgehen. 600 Liter Schnaps finden die Beamten im Keller. Pikant: Es handelt sich um einen pensionierten Polizisten.

Integration wird zum Dauerthema in der Stadt. In Wildeshausen nimmt die Zahl der Menschen mit Migrationsintergrund zu. Der Landkreis stößt bei Kontrollen auf Unterkünfte, die gar nicht als Wohnungen erlaubt sind. Um die „Werkverträge“ entfacht sich eine politische Diskussion, nicht zuletzt mit Blick auf die Großschlachterei im Gewerbegebiet Düngstruper Straße.

Juristen sind schon länger bei diesem Thema am Ball: die Infrastrukturabgabe, die einst Lidl und Bünting-Gruppe für Ansiedlungen am Westring zahlten. Die Ratsmehrheit will diese 300 000 Euro behalten, die Minderheit samt Bürgermeister aus rechtlichen Gründen jedoch nicht. Kurz vor Jahresende kündigen die Unternehmen an, das Geld einklagen zu wollen.

Karl Schulze Temming-Hanhoff wird im August zum politischen Einzelkämpfer. Die SPD-Stadtratsfraktion schließt den Parteilosen aus ihren Reihen aus.

Land unter: Am 29. Juli erwischt es die Kreisstadt ganz böse. 56 Liter Wasser pro Quadratmeter fallen binnen zwei Stunden auf Wildeshausen herunter. Die Feuerwehr hat rund 50 Einsätze. Krisenschwerpunkt: das Krankenhaus Johanneum. Der Keller steht meterhoch unter Wasser, der Operationsbetrieb fällt tagelang aus, der Schaden ist enorm. Ende Oktober erwischt das Johanneum auch noch ein totaler Stromausfall. Die Notstromversorgung funktioniert sofort.

Minutenlanger Stillstand: Das ist Ende Oktober/Anfang November ein häufiges Erlebnis für die Autofahrer auf den Zufahrtsstraßen nach Wildeshausen. Die Sanierung der B 213 verzögert sich, zudem gibt es auf der Autobahn 1 diverse Tagesbaustellen.

Neue Gottesdienstordnung für die katholische Gemeinde St. Peter: Mit dem Ruhestand von Pfarrer Heinz-Werner Bittner in Ahlhorn ändert sich im Sommer auch in Wildeshausen einiges. Pfarrer Holger Kintzinger verbleibt als einziger Pfarrer für die große Gemeinde.

Ordentlich nach Plan verläuft bisher der Neubau des Hallenbades im Krandel, auch die Kosten von 7,13 Mio. Euro sollen bisher eingehalten werden. Nicht nach Plan geht es bei der Einstellung des neuen Betriebsleiters zu: René Nickelsen verlässt nach einem halben Jahr das Kurbadteam.

Personalkarussell: Im Sommer gibt es einige Neuigkeiten aus dem Stadthaus. Bauamtsleiter Ulrich Fortmann geht zurück nach Oldenburg. Seine Nachfolge tritt Michael Müller an. Die Leiterin des Bauhofes, Ulrike Brosche, geht nach einem Jahr nach Delmenhorst. Ihr Nachfolger ist zugleich ihr Vorgänger gewesen: Jörg Kramer leitet wieder den Bauhof.

Querelen gab es auch 2013 genug im Stadthaus: Um die Feuerwehrgebührensatzung wird ebenso im Rat gestritten wie über die Schulsozialarbeit, einen Zuschuss für eine Integrationskraft im VfL Wittekind, die Bebauung an der Dr.-Klingenberg-Straße, die Einigung mit Eike Bruns innerhalb der Städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme und vieles mehr. Gleichwohl gelingt im Dezember ein fast einstimmiges Votum für den Etat 2014.

Räumungsverkauf: Diese Ankündigung taucht mehrfach auf. Der Textildiscounter NKD kündigt nach kurzer Zeit bereits die Schließung in der Westerstraße an, das traditionsreiche Hussel-Kaufhaus für Süßigkeiten sperrt demnächst die Eingangstür ab. „Für Sie“ befindet sich im Insolvenzverfahren, wird aber vermutlich weiter betrieben. Einige Immobilien stehen seit längerem leer. Gleichzeitig wird ein neues Geschäftshaus an der Ecke Westerstraße/Sonnenstraße fertig – bisher ohne Geschäft. An der Westerstraße 34 wird ein Altbau abgerissen. Zum Jahresende beginnen die Arbeiten für den Neubau.

Schilderwechsel mit großem Vorlauf: Um die Umbenennung der Bgm.-Petermann-Straße wird auch 2013 heftig gerungen. Schließlich steht es fest: Ab 2014 heißt sie „Am Weizengrund“, somit garantiert historisch unbelastet.

Telegen: Live sendet das ZDF im August einen beeindruckenden Fernsehgottesdienst aus der Wildeshauser Alexanderkirche. Pfarrer Markus Löwe gestaltet ihn. Zwei Tage zuvor wird schon ein TV-Gottesdienst mit Pfarrer Lars Löwensen für 2014 aufgezeichnet.

Unfall auf der Motocrossanlage in Aumühle: Ein 15-jähriger Visbeker kommt im Juli ums Leben.

Verbrechen: Im Juni kommt ein 20-Jähriger bei einer Messerstecherei am Distelkamp ums Leben. Die Tat spielt im kurdisch-yezidischen Milieu. Am Tatabend riegelt die Polizei das Krankenhaus ab, da sich rund 80 Angehörige vor dem Johanneum versammeln. Der 20-Jährige stirbt im Laufe der Nacht, andere Männer sind schwer verletzt. Inzwischen läuft der Prozess gegen die Tatverdächtigen in Oldenburg.

Wildeshauser Wirtschaftspreis: Die Mittelstandsvereinigung verleiht ihn an den Handels- und Gewerbeverein, zudem den Ehrenamtspreis an die Initiative „Willi wühlt“. Kurios: Am selben Abend im Februar bittet auch die Stadt zum Jahresempfang. Hier ehrt der Bürgermeister die Wildeshauser Tafel und den Chor Joyful Voices.

Xaver lässt im Dezember zwei Tage die Schule ausfallen. Mehr passiert zum Glück bei diesem Sturmtief kaum. Da hatte Vorgänger Christian Ende Oktober der Feuerwehr entschieden mehr Arbeit bereitet angesichts umgestürzter Bäume.

Yankee Erik Beyer kommt über den großen Teich zum Ende seines Jahres als Gildekönig und erlebt im Juni, wie Jörg Schilling sein Nachfolger wird. Neuer Schaffer ist Christian Harting.

Zusammenarbeit: Die Sammlung von Alfred Panschar wird in das Archiv des Bürger- und Geschichtsvereins integriert.

Ulrich Suttka Stv. Redaktionsleitung, Großenkneten/Dötlingen / Redaktion Wildeshausen
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