Wildeshausen - Eine Liste mit 217 Unterschriften von Wildeshauser Bürgern haben Anlieger der Dr.-Klingenberg-Straße in Wildeshausen am Donnerstagabend an Bürgermeister Dr. Kian Shahidi überreicht. In ihrer Petition an den Stadtrat mit dem Titel „Demokratie leben“ bitten sie, den Bürgerwillen in Anliegerversammlungen ernst zu nehmen und die Bürgereingaben zu Bebauungsplänen gleichberechtigt zu würdigen. Es dürfe nicht sein, dass auf politischer Ebene Einzelinteressen auf Kosten von Bürgerinteressen durchgesetzt werden.
Ulla Haschen, Karl-Heinz Heilig sowie Bernhard und Ursula Neteler, die die Unterschriften im Stadthaus übergaben, engagieren sich seit drei Jahren dafür, dass in der Klingenberg-Straße nicht noch weitere Gebäude mit Traufhöhen von rund zwölf Metern gebaut werden. Sie zerstören ihrer Meinung nach den Siedlungscharakter des Wohnquartiers. 9,50 Meter seien hoch genug. „Mit zwei großen Gebäuden am Eingang der Klingenberg-Straße wurden Fakten geschaffen“, so Haschen. „Das kann in jeder Siedlung in Wildeshausen passieren“, meinte Bernhard Neteler. Die Anlieger befürchten einen Domino-Effekt.
Aktuell stehen mit der zweiten Änderung des Bebauungsplans zwei Gebäude eines Investors zur Diskussion, die ebenfalls eine Traufhöhe von rund zwölf Metern haben sollen. Der Verwaltungsausschuss (VA) beschäftigte sich am Donnerstagabend mit dem Bebauungsplan.
Der Bürgermeister versprach, das Ansinnen der Bürger im VA vorzutragen. Seiner Meinung nach sollte der Stadtrat einen Bebauungsplan nicht gegen den Willen einer großen Mehrheit der Anwohner ändern. Er unterstützt die Anlieger in ihrem Vorschlag, dass in einer gewachsenen Siedlung keine Wohnklötze gebaut werden sollten. Dadurch würden Wohngebiete kaputt gemacht.
