Wildeshausen - Vor einem Jahr zeigte sich Wildeshausen zum Schaffermahl eingehüllt in weiße Schneeflocken, diesmal gab es fast schon Pfingstwetter. Somit drohten zwar keine außergewöhnlichen Gefahren auf glatten Straßen, dafür machte Oberst Ernst Frost in seiner Rede aber eine andere Bedrohung aus. Die NSA.
„Belauschen die Amerikaner auch schon die militärischen Geheimnisträger der Wildeshauser Schützengilde,“ fragte er in den Saal mit den 130 Gästen, Offizieren und Ratsmitgliedern. „Der jetzige Feind hat kein Gesicht mehr – er ist nicht sichtbar, er ist nicht trinkbar, er ist nicht greifbar – er ist digital“, warnte der Oberst. Seine Lösung: Alle Offiziere tauschen im Wochenrhythmus ihre Handys. Dann alle Unteroffiziere im Abstand von vier Tagen und schließlich alle zwei Tage die Mannschaftsdienstgrade. „Stellen Sie sich das Chaos in der NSA-Zentrale vor“.
Nun müsse nur noch die Bundesregierung die Wildeshauser Taktik übernehmen, schlug der Oberst vor.
Ab Oktober will er übrigens viel auf Reisen sein. „Das Motto lautet Klassenfahrtbegleitung“. Weil die Lehrer am Gymnasium die Touren bekanntlich bestreiken, könne die Gilde ja einspringen. „Mal sehen, vielleicht treffen wir uns einmal in Prag, Wien oder Berlin."
Ansonsten zappte der Oberst noch im Schnelldurchlauf durch die Themen der vergangenen Monate – „rosa Maulwurfshügel, Bodensanierungen, Einsiedlern und deren Partnern, Feuerwehrhäusern, 275 Clicks im Internet und Hähnchen, die verreisen müssen.“ Dafür gab es begeisterten Beifall.
Zu manch einem Punkt hätte General und Bürgermeister Dr. Kian Shahidi etwas beisteuern können. Doch er hatte sich zuvor in seiner Rede auf einen historischen Abriss des Schaffermahls beschränkt. Und die Feststellung: „Die Tradition ist älter als die in Bremen.“
Im anschließenden Festvortrag verriet EWE-Chef Dr. Werner Brinker gleich zu Beginn, dass er bereits im vergangenen Jahr für den wieder ausgeladenen Gregor Gysi habe sprechen sollen. „Den Kampfdackel von Erich Honecker.“ Doch terminlich habe es nicht gepaßt. So folgte diesmal eine Mischung aus ernsthafter Beschäftigung mit der Energiewende und manch humoristischen Seitenhieben in Richtung Politik. „In Bayern dreht sich kein Windrad so schnell wie der Seehofer“. Doch Brinker mahnte auch, den Klimawandel mit aller Ernsthaftigkeit anzugehen. „Sonne und Wind sind die Energieträger der Zukunft.“ Fröhlich übersetzt: „Wenn die Magd mit Datteln handelt, hat das Klima sich gewandelt. Mehr zum Schaffermahl in der morgigen Ausgabe.
