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Anwohnerin Klagt über Verunreinigung Schmierereien und Drogen am Wildeshauser Denkmal

Wildeshausen - Susanne Heger ist regelmäßig am Burgberg in Wildeshausen unterwegs. Die Anliegerin ist erbost, dass an dem Mahnmal für die Opfer der beiden Weltkriege ständig Schmierereien auftauchen. Vor einem Jahr hatte die 57-jährige Schriftstellerin eine spontane Säuberungsaktion initiiert. Mittlerweile sind viele Steine wieder beschmiert. Und wie viele andere Bürgerinnen und Bürger ärgert sich Susanne Heger über die zerborstenen Glasflaschen oder den Müll auf dem und um den Burgberg.

Messerstecherei?

In der Bürgerfragestunde eines städtischen Ausschusses wies die Wildeshauserin auf die aktuelle Entwicklung hin. Im Gespräch mit Schülerinnen und Schülern habe sie erfahren, dass hinter der Konzertmuschel auf der Burgwiese sowie am Denkmal sogar mit Drogen gedealt werde. „Vor wenigen Tagen soll es dort sogar eine Messerstecherei gegeben haben, die aber nicht angezeigt wurde“, erfuhr Heger von den Jugendlichen. Sie frage sich, warum dieser Bereich nicht besser ausgeleuchtet oder gar mit Videokameras überwacht werden könne. Das sei die beste Abschreckung, habe sie selbst von den Jugendlichen erfahren. Wenn plötzlich Polizisten am Burgberg auftauchen, seien einige Jugendliche schnell verschwunden, weiß Heger, die mit ihrem Hund dort regelmäßig spazieren geht.

Bürgermeister Jens Kuraschinski stimmte mit Heger in der Sitzung überein, dass es am Mahnmal immer wieder Schmierereien gebe. Eine Videoüberwachung müsse aber aus Datenschutzgründen sehr genau geprüft werden. Auch mit dem Licht sei es nicht einfach. Die Strahler seien dort immer wieder demoliert worden, erklärte er. Ratsherr Rainer Kolloge (UWG) reagierte mit Verwunderung. Gerade an dieser exponierten Stelle solle man nicht auf Licht verzichten. Kuraschinski sagte zu, eine bessere Beleuchtung prüfen zu lassen.

Polizei kontrolliert

Eine „Messerstecherei“ am Burgberg ist in der jüngsten Vergangenheit weder polizeilich angezeigt noch bekannt geworden, erklärte Polizeisprecherin Daniela Seeger auf Anfrage unserer Zeitung. Beim Burgberg handele es sich um einen Treffpunkt Jugendlicher – bedingt durch die Nähe zum Jugendzentrum. Gerade in den Sommermonaten verlagere sich der Jugendtreff nach draußen in den Park. „Die Polizei ist in diesem Bereich präventiv in Form von regelmäßiger Bestreifung tätig, die verstärkt in der warmen Jahreszeit durchgeführt wird“, so Seeger. Bei Streifenfahrten würden vornehmlich „jugendtypische Delinquenzen“ festgestellt. Aktuell lägen keinerlei angezeigte Straftaten vor. Hinsichtlich der Farbschmierereien sei die Ermittlungsakte an die Staatsanwaltschaft Oldenburg übergeben worden.

Heger kann nicht verstehen, dass sich nicht mehr bewegt. Man könne schließlich diesen Bereich „nicht kampflos“ aufgeben. Im Übrigen habe sie die Erfahrung gemacht, dass viele Jugendliche durchaus einsichtig seien, wenn sie direkt auf Fehlverhalten angesprochen würden.

Stefan Idel
Stefan Idel Landespolitischer Korrespondent
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