Wildeshausen - Der 60 Jahre alte Walnussbaum an der Wittekindstraße 4 in Wildeshausen, der von einer bislang unbekannten Person beschnitten wurde, hat einen Schaden davongetragen. „Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass sich der Baum von dieser Attacke mittelfristig nicht erholt und man dann von einem Totalschaden ausgehen muss“, schreibt der vom Eigentümer Karsten Kolloge beauftragte Baumsachverständige.
Das aktuelle Erscheinungsbild des Baumes sei den Umständen entsprechend. Die Wundentwicklung sei abzuwarten und müsse über Jahre beobachtet werden . Eine Infektion der Kappungswunde sei nicht ausgeschlossen; der Baum sei erst einmal massiv geschwächt .
Wie berichtet, hatte der Eigentümer des benachbarten Hauses Karsten Kolloge im Sommer 2019 aufgefordert, Äste und Zweige des Baumes nahe seines Grundstücks zu entfernen – unter anderem darum, weil sie die Arbeiten zum Aufstocken seines Gebäude beeinträchtigen würden. Das lehnte Kolloge über seine Anwältin zu dem Zeitpunkt ab mit dem Hinweis, der Baum werde regelmäßig fachmännisch gepflegt.
Im Dezember dann waren alle Äste und Zweige, die über die Grundstücksgrenze reichten, abgesägt, darunter ein Ast mit einem Durchmesser von 40 Zentimetern. Die Folge: der Baum begann zu bluten.
Karsten Kolloge stellte Strafantrag bei der Polizei und setzte eine Belohnung von 500 Euro aus. Er vermutet den Nachbarn hinter der Aktion. Ein Zeuge habe ausgesagt, dass Mitarbeiter einer Handwerksfirma den Walnussbaum beschnitten hätten. Dessen Chef habe erklärt, dass seine Mitarbeiter nicht für das Absägen verantwortlich seien. Die Staatsanwaltschaft stellte inzwischen die Ermittlungen ein. Ob Karsten Kolloge nun privatrechtliche Schritt einleitet, ist offen.
