WILDESHAUSEN - WILDESHAUSEN/STI - Damit hatten die Gäste aus dem polnischen Nowe Miasto Lubawskie kaum gerechnet: Als sie sich gestern in der neuen Tagespflege-Einrichtung des Wildeshauser Altenzentrums Alexanderstift informierten, sang ihnen Ursula Schultzeck das Lied „W zielonym gaju“ („Im grünen Walde“) vor. Die Bewohnerin des Alexanderstifts stammt aus Oberschlesien und kann sich noch bestens an die Lieder ihrer früheren Heimat erinnern.
Die drei Praktikantinnen aus dem Partnerkreis des Landkreises Oldenburg, Ewa Kalisz-Gorzkowska, Katarzyna Kaniewska und Dorota Osinska schauen seit einigen Tagen ihren Kolleginnen im Sozialamt der Kreisverwaltung über die Schulter (die NWZ berichtete). „Eine ambulante Tagespflege für ältere Menschen, wie sie etwa in Wildeshausen oder Ganderkesee angeboten wird, gibt es in Polen noch nicht“, so Christa Meenken von der Heimaufsicht des Landkreises. Birte Nattkemper von der Pflegedienstleitung der Tagespflege im Alexanderstift sowie Petra Erhardt (Pflegedienstleitung Alexanderstift) wurden mit vielen Fragen konfrontiert. Der Bogen spannte sich von der stationären Pflege bis zu den Abrechnungsmodalitäten. Denn auch eine Pflegekasse ist in Polen eine unbekannte Größe. Dort muss die Gemeinde Zuschüsse zahlen, falls die Betroffenen nicht aus eigener Kraft einen Platz im Altenheim finanzieren können, erläuterte Kaniewska. Bislang gebe es in Nowe Miasto ein Altenheim mit etwa 48
Bewohnern. Der demografische Wandel würde aber auch bei den Nachbarn zu einem höheren Bedarf führen.
