WILDESHAUSEN - Um die Betreuung für Nachmittagsgruppen zu verbessern, soll an der Wallschule in Wildeshausen zum 1. August 2012 ein Hort eingerichtet werden. Dafür hat sich einstimmig, bei vier Enthaltungen, der Jugend-, Sport- und Sozialausschuss der Stadt ausgesprochen. Ausdrücklich hielt er an dem Ziel fest, auch am Standort St. Peter-/Holbeinschule einen Hort zu installieren.
„Intaktes Netzwerk“
In der Sitzung am Donnerstagabend entbrannte jedoch eine Debatte darüber, ob nicht ein Ganztagsschule die bessere Lösung sei, um auch Kinder aus Zuwandererfamilien sowie aus sozial schwachen Familien besser zu erreichen. Nach Ansicht von Roswitha Remmert, Leiterin der Wallschule, ist der Hort ein guter Weg, um Familien mit Migrationshintergrund einzubinden. „Wir müssen die erreichen, die Unterstützung gebrauchen.“ Dank der Verlängerung des Projekts „Familie mit Zukunft“ sei personell ein nahtloser Übergang möglich. Die räumlichen Voraussetzungen seien gut, so Remmert. Und es gebe ein „intaktes Netzwerk“ mit Dritten.
Markus Grünloh (UWG) wies darauf hin, dass der Besuch eines Horts freiwillig sei. Außerdem müssten die Eltern Gebühren zahlen. Gerda Lehmensiek (SPD), Gleichstellungsbeauftragte Charlotte von Olearius und Christoph Wach (Grüne) warben ebenfalls für eine Ganztagsschule. „Hier können Kinder gezielt gefördert werden“, so Wach. Lehmensiek sagte, das Ganztagsmodell sei eine langfristige Lösung. „Wir sollten weiter denken als über 14 Tage.“
Günter Lübke (CDU) begrüßte die Initiative der Schule. Diese habe das Hortkonzept umfassend geprüft und „überzeugend dargestellt“. Barbara Lubasch sagte, dass die Hauptschule mit den gleichen Argumenten den Ganztagsbetrieb eingeführt hat, nun aber „ausgerechnet die, die man haben wollte, nicht erreicht“. Schulleiterin Remmert fühlte sich von einigen Auschussmitgliedern nicht ernst genommen: „Vertrauen Sie einmal auf unsere pädagogische Profession.“ Letztlich stand die Mehrheit für den Hort. Über den Antrag Wachs, die Angelegenheit zurückzustellen und den Schulausschuss über eine Ganztagsschule beraten zu lassen, wurde nicht mehr abgestimmt.
Lob für Arbeit des DRK
Einstimmig empfahl der Ausschuss zudem, einen Personalkostenzuschuss in Höhe von 5000 Euro für die Leitungsstelle im Mehrgenerationenhaus zur Verfügung zu stellen. Dort werde hervorragende Arbeit geleistet, betonten Sprecher aller Fraktionen. Grünes Licht gab es auch für den Antrag des DRK-Kreisverbandes als Träger des Hauses, einen weiteren Personalkostenzuschuss von 7310 Euro zu gewähren. Damit seien diverse Kurse nunmehr gesichert.
