WILDESHAUSEN - WILDESHAUSEN/LD - Bis zum Jahr 1900 leitete ein Lehrer für Gehörlose – Heinrich Elsen – den Quartettverein und späteren Männergesangverein „Euphonia“ Wildeshausen. Das berichtet Werner Beringer, der für die NWZ in der Chronik des Chores blätterte. Zu dieser Zeit hatte der Verein bereits 23 Mitglieder. „Für die Familienangehörigen, Freunde und Gönner wurden meistens zweimal im Jahr gesellige Abende im Stegemannschen Saal veranstaltet“, erzählt Beringer weiter.
Diese Veranstaltungen galten stets als ein besonderes Ereignis. Beringer: „Frohe Lieder, gesungen vom Chor oder der Gemeinschaft wechselten ab mit launigen Spielstücken, solistischen Vorträgen und Tanz. Beim Letzteren kamen die jungen Heiratskandidaten der Euphonen zu ihrem Recht.“Es sei jedesmal ein besonderes Fest gewesen, auf das man sich lange freute und von dem man hernach noch wochenlang sprach. Beringer: „Die Menschen waren noch nicht überfüttert mit Radio, Fernsehen, mit Partys, Feten und Feiern.“
Aus Krankheitsgründen musste Chorleiter Elsen 1900 sein Amt niederlegen. So auch der Liedervater Bernhard Iken, der von Heinrich Becker abgelöst wurde. Längere Zeit musste der Chor pausieren, bis dann der Lehrer Joseph Apke die Leitung übernahm.
In dieser Zeit löste sich der Gesangverein „Frohsinn“ Wildeshausen auf; und der Schuhmachermeister Christian Wehlage übergab das Inventar des Vereines an die Euphonen. Sie erhielten 1907 Notenmaterial und die Fahne (Bild links). „Diese wurde von Fräulein Helene Stegemann auf den Namen Euphonia umgearbeitet und ist nunmehr in diesem Jahr 100 Jahre im Besitz der Euphonen“, berichtet Beringer unter Vereis auf die nahezu lückenlos geführte Chronik.
1908 wurde in Beneke's Gasthof in Wildeshausen von den Vereinen „Liedertafel“ Wildeshausen, MGV Dötlingen, „Frohsinn“ Neerstedt, „Harmonia“ Lüerte und „Eintracht“ Brettorf ein Sängerbund gegründet. Anlässlich der ersten Generalversammlung am 15. November 1909 seien auch die Euphonen diesen Sängerbund beigetreten.
1910 wurde Lehrer Apke versetzt und so dirigierte als neuer Chorleiter Karl Immohr das Bundesfest 1914. In der Nachfolge Beckers übernahm Theodor von der Ecken den Vereinsvorsitz. Der Krieg zwang den Chor, bis 1919 die Übungsabende einzustellen.
