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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Gemeinden Wildeshausen

Coronavirus: 303 Personen im Kreis in Quarantäne

02.04.2020

Wildeshausen Die Nachricht vom Tod zweier Bewohner der Wildeshauser Seniorenresidenz „Atrium am Wall“ sowie der Infektion von 23 Bewohnerinnen und Bewohnern und 17 Personen aus der 41-köpfigen Belegschaft haben weit über die Stadtgrenzen hinaus zu Betroffenheit geführt. „Unser tiefes Mitgefühl und Beileid gilt insbesondere den Angehörigen der verstorbenen Bewohner“, so Bürgermeister Jens Kuraschinski. Er dankte allen, die derzeit „unter besonderen Herausforderungen“ arbeiten würden.

Der Sprecher der Kreisverwaltung, Oliver Galeotti, wies am Dienstag darauf hin, dass für alle Bewohner und alle Mitarbeiter der Einrichtung eine 14-tägige Quarantäne verordnet wurde. „Die negativ getesteten Bewohner sind, sofern sie nicht vorher schon Einzelzimmer hatten, in Einzelzimmern untergebracht.“ Die Quarantäne der Mitarbeiter wurde unter Auflagen für die Arbeitszeit ausgesetzt. Galeotti: „Diese Aussetzung der Quarantäne ist zwingend notwendig, um die Versorgung der Bewohner zu realisieren und basiert auf Vorgaben des Robert-Koch-Instituts.“ Etwaige Aktivitäten in der Freizeit seien nicht erlaubt.

Ein 89-jähriger Mann aus dem „Atrium“ verstarb (wie berichtet) am Montagabend. Er gehörte zu den 23 Covid-19 positiv getesteten Bewohnern. Im Krankenhaus Johanneum starb bereits am Freitag ein 89-jähriger Delmenhorster, der zuvor in der Kurzzeitpflege des Seniorenzentrums betreut worden ist. Das Gesundheitsamt hat bereits seit vergangenem Sonntag Maßnahmen für die Einrichtung verordnet, sagte Galeotti. So müssen alle Mitarbeiter in der Seniorenresidenz in der Einrichtung dauerhaft Mund-Nasen-Schutz (MNS) und Schutzhandschuhe tragen. Zur Unterstützung der Einrichtung hat die Kreisverwaltung aktuell weitere FFP-2-Masken zur Verfügung gestellt.

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Auch in den anderen Seniorenheimen der Kreisstadt sind die Leitungen alarmiert, wie eine NWZ-Umfrage ergab. „Es herrscht eine große Unsicherheit“, sagte Sascha Lücke, Einrichtungsleiter des Alexanderstift, das gegenüber dem Atrium liegt. Unter seinen 94 Mitarbeitern gebe es drei Corona-Verdachtsfälle. Bei einer Person habe sich dieser als unbegründet erwiesen; in zwei Fällen warte man auf das Ergebnis. Insgesamt hat das Haus 84 Betten. Den von Landesgesundheitsministerin Carola Reimann (SPD) verhängten Aufnahme-Stopp für Altenheime empfindet Lücke als wenig zielführend. „Wo sollen denn die Pflegebedürftigen hin?“ Denn zunächst sei in der Corona-Krise geplant gewesen, dass die Pflegeheime die Krankenhäuser entlasten. Lücke berichtet von zahlreichen Anfragen von besorgten Angehörigen. „Wir könnten 20 Betten mehr haben.“

Ähnlich angespannt ist die Situation im „Wohnpark an der Hunte“. Dort arbeiten die rund 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nur mit Schutzmasken. Doch es fehle, wie in anderen Einrichtungen, an Schutzausrüstung und Desinfektionsmitteln. Das Gesundheitsamt habe sogenannte Loops geliefert, berichtete Einrichtungsleiterin Anja Jansing. Zwei ihrer Mitarbeiter standen unter Infektionsverdacht, seien aber negativ getestet worden. Vor allem die Reinigungskräfte leisteten derzeit eine Herkulesaufgabe.

Mit 56 Bewohnerinnen und Bewohnern voll ausgelastet ist das Pflegezentrum Johanneum. Weder unter den Mitarbeitern noch unter den Bewohnern gebe es Corona-Verdachtsfälle, so Heimleiterin Anita Kenkel. Die Mitarbeiterinnen arbeiten nur noch mit Mund-Nasen-Schutz – zum Teil selbst genäht.

Auch im Kreisaltenheim an der Goldenstedter Straße gibt es bislang weder Erkrankte noch Verdachtsfälle auf Covid-19-Infektionen, so Michael Löning, Sprecher des Bezirksverbands Oldenburg, dem Träger der Einrichtung. Auch das Kreisaltenheim kämpfe mit Lieferengpässen bei der Beschaffung der Schutzausrüstung. „Wir warten dringend auf die nächste Lieferung.“
 Die Gesamtzahl der Corona-Infizierten im Landkreis Oldenburg betrug am Dienstag 113 bestätigte Fälle einer Covid-19-Erkrankung, hervorgerufen durch das Virus Sars-CoV-2 . Davon gelten 23 Personen als wieder genesen, so der Kreis. Somit gibt es derzeit 90 Erkrankte. 303 Personen befinden sich zur Zeit aktiv in häuslicher Quarantäne.

Stefan Idel Redakteur / Landespolitischer Korrespondent
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