Wildeshausen - Angesichts fehlenden Eis und Schnees und Außentemperaturen von sieben Grad ist es am Freitagabend keine große Überraschung gewesen: Die Hunte „steiht“ nicht, sondern „geiht“. Um diese Frage drehte sich wieder die 58. Eisschollen-Wette. Traditionell hat sich um 20 Uhr die ehrenwerte Gesellschaft, bestehend aus zwölf Herren, an der Landskrone in Zwischenbrücken getroffen. Das Prinzip ist seit 1962 das Gleiche: Eine mitgebrachte Eisscholle wird aufs Wasser geworfen. Dies geschieht stets am 11. Januar.

Das letzte Mal, dass die Eisscholle auf eine vereiste Hunte getroffen war, war in 2009.

Wer für eine stehende oder fließende Hunte stimmt, entscheiden Lose. Somit gibt es immer sechs Gewinner und sechs Verlierer. Die Verlierer müssen das anschließende Festessen, ein halbes Hähnchen mit trocken Brot, im „Wildeshauser Hof“ bezahlen.

Jüngstes Mitglied der Eisschollen-Wette ist Ralf Hentemann: Er ist 2018 beigetreten, nachdem Uwe Luthardt auf eigenen Wunsch ausgeschieden war. Für den Ex-Pielepoggen-Bürgermeister war sofort klar, dass er künftig auch die Tradition pflegen möchte. Ältestes Mitglied ist Gerhard Lübben: Der 85-Jährige gehört zu den Gründungsmitgliedern der Wette.