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Feuer I „Ein echtes Wahrzeichen der Kreisstadt“

Stefan Idel
Stefan Idel Anna Maria Weiss

WILDESHAUSEN - Die Meinungen der Passanten sind einhellig: „Hoffentlich kriegen sie ihn“, sagt Helmut Frede. Der langjährige Feuerwehrmann aus Wildeshausen, inzwischen in der Altersabteilung, spielt auf die sechs Brände in der Region an. Frede ist einer von zahlreichen Besuchern, die am Montag fassungslos vor dem schwarzen Skelett des ausgebrannten Schafkobens in Pestrup stehen.

Extra aus Oldenburg ist Rudolf Siemer zum Gräberfeld gekommen. „Ich habe lange in Wildeshausen gelebt. Es ist ein Irrsinn, was hier passiert ist“, meint der Rentner. Er kann die Sorgen in den Bauerschaften gut verstehen. „Ich wohne selbst auf einem Hof, und wenn man so hört, was Sonntag alles gebrannt hat, bekommt man es schon mit der Angst zu tun“, ergänzt Wolfgang Meyer. Günther Reineberg, der sich um den Wiederaufbau des Schafkobens in Holzhausen verdient gemacht hat, zeigt sich besorgt, dass abermals ein „Feuerteufel“ sein Unwesen in dieser Region treibt. Bereits in den 70er-Jahren hatte ein Brandstifter das reetgedeckte Gebäude in Pestrup angezündet.

Auch die Stadt sorgt sich um das touristische Aushängeschild. „Wir werden prüfen lassen, ob für den Wiederaufbau möglicherweise Mittel aus dem Dorferneuerungsprogramm zur Verfügung gestellt werden können“, sagt Bürgermeister Dr. Kian Shahidi am Montag auf

NWZ

 -Anfrage. Er habe dem Fachbereich Bau einen entsprechenden Auftrag gegeben. Denkbar sei auch, über einen Nachtragshaushalt Mittel einzustellen. Darüber müssten die politischen Gremien beraten. Geprüft werde, inwieweit der Bauhof mithelfen könne.

Im Namen der CDU-Ratsfraktion brachten Christa Plate und Ulrich Kramer ihr Bedauern über den Verlust des Schafkobens zum Ausdruck. „Für uns ist klar, dass dieser Schafkoben, ein Wahrzeichen der Stadt, sofort wieder aufgebaut werden muss“, reagierten sie auf die Aussage von Hans Günter Voß, dem Vorsitzenden des Heimatvereins Düngstrup. Die CDU-Ratsmitglieder forderten die Verwaltung auf, sich umgehend mit dem Heimatverein zusammensetzen, damit die Stadt „alle mögliche Hilfe“ zum Wiederaufbau zur Verfügung stelle. Plate: „Auch wenn die finanzielle Lage der Stadt schlecht ist, müssen wir hier schnell handeln!“

Derweil laufen die Ermittlungen der Polizei weiter auf Hochtouren. „Leider haben wir aber bislang noch keine Hinweise auf den Täter“, sagte Polizei-Sprecherin Kerstin Epp. Mehrere Ermittlungsteams der Polizei aus Delmenhorst und Wildeshausen seien unterwegs. Die Auswertung der Spuren sowie Zeugenvernehmungen dauerten an. Angaben zur Art des Brandbeschleunigers, den der oder die Täter benutzt haben könnten, machte sie nicht. Es sei aber wahrscheinlich, dass der Brandstifter eine Nähe zu Wildeshausen habe.

Stefan Idel
Stefan Idel Landespolitischer Korrespondent
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