WILDESHAUSEN - Bei entsprechend guten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen kann die Neuverschuldung des Landkreises von derzeit rund 2,6 Millionen Euro bis zum Jahr 2011 auf Null heruntergefahren werden. Diese Prognose wagte Landrat Frank Eger am Mittwoch im Rahmen seiner Jahresbilanz im Kreishaus. „Allerdings wird auch die Politik zur Ausgabendisziplin beitragen müssen“, so der Landrat. Sein Ziel bleibe es weiterhin, bis 2009 die Finanzbeziehungen zu den kreisangehörigen Gemeinden auf neue Füße zu stellen.

Am Vorabend hatte der Kreistag mehrheitlich den Haushaltsplan 2008 verabschiedet (die NWZ berichtete). In der Debatte wies Ernst-August Bode (FDP) auf Verbindlichkeiten der Kreisschulbaukasse in Höhe von 11,5 Mio. Euro hin. Bis zum Jahr 2015 seien Baumaßnahmen mit einem Volumen von 22 Mio. Euro zu bewältigen. Er befürchte, das nach dem Kompromiss mit den Gemeinden zur Kreisumlage in knapp zwei Jahren erneut eine Finanzdebatte losbreche. Daher wäre eine Erhöhung der Umlage auf 41 Prozent „die saubere Lösung“ gewesen.

Eger regte am Mittwoch an, ähnlich wie beim Straßenbau müsse der Kreis über „finanzielle Korridore“ für Schulausbauten nachdenken. Angesichts des drastischen Rückgangs der Anmeldezahlen für die Hauptschulen werde sich nach der Landtagswahl die Frage nach der Zusammenlegung von Haupt- und Realschulen ohnehin neu stellen. Dies habe zwar keine Auswirkungen auf die Schulträgerschaft; jedoch stelle sich die Frage nach dem Raumbedarf dann neu. Eger zufolge prüfe der Landkreis derzeit, ob sich eine öffentlich-private Partnerschaft („Public Private Partnership“) im Schulbereich rechne. In diesem Fall würde der Kreis Räume eines privaten Investors zeitweise anmieten. Nach wie vor interessiert sei der Kreis an einer Übernahme der Liegenschaft Gymnasium Wildeshausen.

Erster Kreisrat Rolf Eilers wies darauf hin, dass wegen des Preisanstiegs im Öffentlichen Personennahverkehr auch der Kreisanteil für den Schülertransport um rund fünf Prozent auf etwa 4,7 Mio. Euro steigen werde.

Ausdrücklich lobte Eger die Arbeit der Kreisverwaltung, die in diesem Jahr auch schwierige Situationen gut gemeistert habe. Im Jahr 2008 werde die Zahl von 500 Mitarbeitern überschritten.