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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Gemeinden Wildeshausen

Efeu frisst sich ins alte Mauerwerk

19.09.2018

Wildeshausen Feiner Nieselregen wabert durch die Luft rund um die Alexanderkirche. Trotzdem steht dort Küster Wolfgang Jöllenbeck. Mit einem Spachtel entfernt er vorsichtig das Efeu von den Steinen auf der Nordseite des Gotteshauses.

Oberhalb des Sockels lässt er keine der giftigen Pflanzen mehr stehen. Die Kirchenfenster sollen wieder frei gelegt werden, erklärt der Küster. „Ich mache das, damit der Marder keine Chance hat. Die sollen ja sogar senkrecht Wände hochklettern können“, sagt Jöllenbeck.

Schwerwiegende Probleme durch Gebäudebewuchs sieht Stefan Abramowski, Ingenieur für Gartenbau, vom Pflanzenhof Schachtschneider in Dötlingen nicht. Efeu habe sogenannte Haftwurzeln und wolle sich in den Rissen oder Spalten am Mauerwerk nur festhalten, aber es nicht zerstören.

An vorgehängten Fassaden könnte die Kletterpflanze allerdings zum Problem werden. Sie kann hinter die Fassade kriechen und dort weiter wachsen. „Efeu wächst recht stark, gerade wenn es keine Konkurrenz hat“, erklärt Abramowski.

Wer das Efeu schonend entfernen wolle, müsse Zeit mitbringen. Der Experte empfiehlt, es unten abzuschneiden und langsam vertrocknen zu lassen. Es muss nicht zu einer bestimmten Zeit geschnitten werden. Es sei nur darauf zu achten, dass die Vogelbrut durch ist.

Von den etwa 500 denkmalgeschützten Gebäuden im Landkreis Oldenburg seien sicher zahlreiche mit Efeu bewachsen, weiß Stefan Effenberger, der im Landkreis Oldenburg für Denkmalpflege zuständig ist. Eine genaue Zahl kenne er nicht. Grundsätzlich seien die Bewohner selbst dafür verantwortlich, die Häuser von Efeu zu befreien – dies allerdings schonend, ohne das Mauerwerk zu beschädigen.

Doch Efeu rankt nicht nur an Gebäudefassaden entlang. Auch um zahlreiche Bäume in Wildeshausen und umzu, zum Beispiel am Schulzentrum, schlingen sich die immergrünen Pflanzen.

Was hübsch anzusehen scheint, kann zum Problem werden, weiß Abramowski: „Wenn sich Efeu um die Bäume setzt, kann es zu Standsicherheitsproblemen kommen“, sagt der Experte. Daher sollte darauf geachtet werden, die Bäume nicht zu stark zuwachsen zu lassen.

Anna Lisa Oehlmann
Volontärin, 3. Ausbildungsjahr
NWZ-Redaktion
Tel:
0441 9988 2003

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