WILDESHAUSEN - Ein Schlaganfall ist immer eine schlimme Sache, auf dem Land ist er eine Katastrophe, wenn der Ernährer einer Familie betroffen ist. Die der regionalen Ärzte-Gesellschaft „Synax“ angehörenden Mediziner Ines-Karina Weiland und Dr. Manfred Schwarz, die eine Gemeinschaftspraxis in Neerstedt betreiben, können davon ein trauriges Lied singen. Deshalb sind sie froh, dass es neuerdings SRA gibt, die Schlaganfall-Risiko-Analyse, die sie am Mittwoch zusammen mit ihren Kolleginnen Brigitte Schulte und Dr. Gaby Walther, beide Wildeshausen, im Medizinischen Versorgungszentrum am Johanneum vorstellten.
Dabei handelt es sich um ein Verfahren, mit dem bei Patienten ganz schnell das Risiko eines Schlaganfalls, verursacht durch Herzrhythmusstörungen, erkannt werden kann. Dafür werden ein Rekorder im Streichholzschachtelformat und zusätzlich fünf Elektroden mit Pflastern auf der Brusthaut befestigt. Der Patient kann sich damit ganz normal bewegen. Nach einer Stunde wird das Gerät abgenommen, die aufgezeichneten Daten per E-Mail an ein Rechenzentrum zur Analyse versandt. Das Ergebnis ist nur wenige Minuten später zurück. Besteht ein so genanntes Vorhofflimmern und damit erhöhtes Schlaganfallrisiko, können umgehend die notwendigen medizinischen Maßnahmen eingeleitet werden.
Diese Methode ist besonders sinnvoll bei Menschen über 50, die an Diabetes, Bluthochdruck oder Übergewicht leiden, Raucher sind oder viel Alkohol trinken. Aber auch junge Leistungssportler gehören zur Risikogruppe.
Die Kosten für die SRA werden zurzeit nur von einer Kasse (KKH) übernommen. Nicht privat versicherte Patienten müssen als Selbstzahler mit etwa 60 Euro rechnen.
