Wildeshausen/Hölingen - Schon seit mehreren Tagen hält sich an der Hunte am Hölinger Wehr eine nordische Wasseramsel auf. Marco Kuhn – Gewässerwart des Fischereivereins Wildeshausen – hat den etwa starengroßen Vogel mit dem auffälligen weißen Bauch dort entdeckt. Im Sommer brütet diese nordischen Unterart an den klaren Fließgewässern in Südskandinavien, nur ein Teil der dortigen Population zieht im Oktober an die Bäken und Flüsse in Norddeutschland, um dort zu überwintern.
Das Hölinger Wehr an der Hunte ist durch seine neu angelegte 70 Meter lange, zwölfstufige Fischtreppe ein idealer Platz für den Winteraufenthalt geworden. Die Wasseramsel findet in der mit Quarzsteinen befestigten Sohlgleite im sauerstoffreichen Wasser Fliegenlarven und Bachflohkrebse, ihre bevorzugte Nahrung, die sie durch mutige Sprünge in das eiskalte Element erbeutet. Unter Wasser kann sie sogar mit Hilfe der Flügel kurze Strecken schwimmen bzw. auf dem Grund laufen – für einen Singvogel außergewöhnliche Leistungen. Weiterhin auffällig in ihrem Verhalten ist ein Knicksen, also ein kurzes Einknicken, das ihr im Englischen den Namen Dipper eingebracht hat.
In diesem Winter gibt es im Oldenburger Land auffällig viele Wasseramseln, so an den Endeler Wassermühlen und bei Gut Lethe. Bald sind die Winterferien der Dipper bei uns zu Ende, spätestens Anfang April ziehen sie wieder nach Südskandinavien.
