WILDESHAUSEN - Intensiv hatten sich die 23 Schüler der Klasse 10a des Gymnasiums Wildeshausen auf diese viertägige Reise vorbereitet. Das merkten auch die Gastgeber bei den vielen Besichtigungen in Berlin. Sie waren allesamt angetan vom Wissensstand der Klasse und von den gezielten Fragen. In Politik, Geschichte, Deutsch und Religion war es mit Hinblick auf die Berlin-Reise um Themen wie Parlamentarismus, DDR, Holocaust, aber auch Goethes Faust gegangen.
Möglich wurde die Fahrt mit den Lehrerinnen Tanja Krönke und Birgit Bruhns durch eine Einladung der FDP-Bundestagsabgeordneten Angelika Brunkhorst in die Hauptstadt.
Die Sekretärin der Parlamentarierin, Monika Feilen, nahm die Gruppe denn auch im Deutschen Bundestag in Empfang. „Es folgte ein ausgiebiger Vortrag eines sehr netten Referenten, der sich unserer übermüdeten Gruppe gerne annahm“, so Schülerin Laura Abel. „Anschließend kehrten wir nach wiederholten Sicherheitskontrollen für ein kleines Mittagessen in der Bundestagskantine ein.“
Tag zwei begann mit einer Bootstour auf der Spree, „die sich trotz Wendemanövern und den rätselhaften Soundeffekten über die Lautsprecher als ebenso erholsam wie informativ herausstellte. Anschließend besuchten wir abermals den Bundestag, besichtigten Plenum und die Kuppel.“ Nachmittags folgte der Besuch des Holocaust-Denkmals.
Am dritten Tag trafen die Wildeshauser im ehemaligen Stasi-Gefängnis, der heutigen Gedenkstätte Hohenschönhausen, auf einen alten Bekannten: Rainer Delmuth hatte bereits im März die Schule besucht, um als Zeitzeuge über sein Leben und speziell seine mehrmaligen Inhaftierungen in der DDR zu berichten. „Diesmal zeigte er uns das Gelände und führte uns eindrucksvoll die früheren Missstände innerhalb der Mauern vor Augen“, so Abel. Nachmittags schloss sich eine Führung durch die Ausstellung „Geschichte des deutschen Parlamentarismus“ im Deutschen Dom an, abends der Besuch der modernen Inszenierung des Stückes „Faust I“ im Deutschen Theater.
Der vierte Tag stand für alle zur freien Verfügung. Laura Abel: „Das Fazit unseres Kurztrips: Diese Klassenfahrt ist wohl unwiederbringlich die bisher beste gewesen, was nicht zuletzt auch auf das gut durchdachte Programm und die starken Nerven unserer Lehrerinnen zurückzuführen ist.“
