WILDESHAUSEN - „Hier ist akuter Handlungsbedarf“, gestand Ulf Thiele, Generalsekretär der CDU in Niedersachsen, ein. Auf Einladung des heimischen CDU-Landtagsabgeordneten Karl-Heinz Bley sah sich der 39-jährige Betriebswirt aus Uplengen (Kreis Leer) am Donnerstag mit Vertretern der Wildeshauser CDU die marode Turnhalle an der St.-Peter-Schule sowie das Kurbad im Krandel an. Die Ratsmitglieder Stephan Rollié und Uwe Dekker sowie Bürgermeister-Stellvertreter Jens Kuraschinski und Martina Möhlenbrock (Fachbereich Bau) erläuterten die Situation.
„Die sanitären Anlagen der Turnhalle stammen noch aus dem Jahr 1964“, so Rollié, der auch Elternvertreter an der St.-Peter-Schule ist. „Meine Tochter trinkt vor dem Sport-Unterricht nichts, damit sie hier nicht zur Toilette gehen muss.“ Die noch 2009 geplante „kleine Sanierung“ in Höhe von 246 000 Euro mache keinen Sinn, gab Rollié den Diskussionsstand wieder, daher habe man die „üble Kröte“ der GEG-Umstrukturierung geschluckt, um einen 2 Mio. Euro teuren Hallenneubau finanzieren zu können.
„Wir sind an der Grenze unserer finanziellen Leistungsfähigkeit“, erläuterte Kuraschinski den Fehlbedarf im Ergebnishaushalt. Die Stadt sei zur Kommunalaufsicht „zitiert“ worden, um eine Lösung zu finden. Thiele wies auf die Notwendigkeit der Konsolidierung hin: „Die Liquidierung einer defizitären städtischen Gesellschaft zum Haushaltsausgleich ist nicht die schlechteste Lösung!“
„Gibt es denn Mittel vom Land für eine neue Sporthalle?“, wollte Karin von Elbwart wissen. Nach Auskunft des CDU-Generals ist der Topf für die Sportstättensanierung bereits leer. Ab 2012/13 sei mit einer Nauauflage zu rechnen. Zwar finanziere das Land keine Neubauten; in Ausnahmefall könne aber ein Zuschuss in Höhe der Sanierungssumme gewährt werden. Dazu gehöre aber auch ein mit Hannover abgestimmter Antrag.
Erschrocken zeigte sich Thiele über die Mängel im Hallenbad. Auch hier zeigte er einen Weg Richtung Zuschusstopf auf: Da das Bad eine hohe Bedeutung für die umliegenden Gemeinden habe, die ohne Hallenbad sind, wäre eine Förderung aus „Leader“-Mitteln denkbar. Das sei im Fall des Bades in Weener (Ems) gelungen. Unterm Strich gelte es, „dicke Bretter zu bohren“.
