WILDESHAUSEN - Eigentlich ist die „politische Karriere“ fast eine Fortschreibung der Familiengeschichte: Uropa Fritz Mönnich (CDU) war von 1952 bis 1962 Wildeshauser Bürgermeister, sein Opa Herbert Wappler saß für die CDU im Rat und für Onkel Heiner Spille (UWG) steht bereits die dritte Wahlperiode im Rat an. Im zweiten Anlauf gelang Jan Wappler der Sprung in den Rat. Mit 28 Jahren wird er bei der konstituierenden Sitzung der jüngste Ratsherr sein.

„Ich bin überglücklich, dass ich es geschafft habe“, freut sich der Technische Zeichner auf fünf Jahre Ratsarbeit. 243 Stimmen hat der Grüne erhalten. Doch am Wahlabend blieb ihm der Platz im Rat verwehrt. Erst aufgrund der Neubewertung von elf Stimmzetteln erhielten die Grünen den vierten Ratssitz; die SPD musste einen Platz abgeben. Die gute Nachricht überbrachte Schwester Wenke (35). „In der Wahlnacht habe ich Himmel und Hölle durchgemacht“, erinnert sich der neue Ratsherr.

Jan Wappler ist ein „Wildeshauser Jung“: Nach der Schule absolvierte er eine Ausbildung zum Kunststoff-Formgeber. Es folgten Fachabitur und Technikerschule. Natürlich ist er in der Schützengilde und marschiert regelmäßig mit aus. 2006 hatte er zum ersten Mal für den Rat kandidiert. Manfred Rebensburg (Grüne) habe ihn seinerzeit angesprochen. Unterstützung bekam er von der Familie (Jan Wappler hat drei ältere Geschwister) und aus dem Freundeskreis.

Schwerpunkte in seiner künftigen Ratsarbeit will Wapp­ler, der in seiner Freizeit gern Poolbillard spielt, in den Bereichen Jugend und Soziales setzen. „Ich vermute, dass 90 Prozent meiner Wähler jünger als 30 Jahre sind“, spürt er quasi eine gewisse Verpflichtung. Daneben möchte der Grüne die Themen Umweltschutz und Regenerative Energien voranbringen. „Ökologie und Ökonomie sollten Hand in Hand gehen“, ist er überzeugt. Eine Parteibrille trage er nicht. „Gerade in einem Rat wie Wildeshausen müssen wir konstruktiv zusammenarbeiten.“ In die erste Ratssitzung am 3. November gehe er mit viel Respekt. „Ich hoffe, dass ich den Ansprüchen der Bürger gerecht werden kann.“ Und weiter: „Ich werde sicherlich erst einmal viel zuhören.“

Stefan Idel
Stefan Idel Landespolitischer Korrespondent