Wildeshausen - Drei Menschen sind kürzlich an den Folgen einer Lebensmittelvergiftung gestorben. Sie haben mit Listerien verseuchte Produkte des hessischen Wurstherstellers Wilke verzehrt. Der Abschlussbericht des hessischen Verbraucherschutzministeriums legte Mängel bei der Lebensmittelkontrolle offen. Im Landkreis Oldenburg dagegen versuchen die Behörden, eine am „Risiko orientierte“ Prüfung durchzuhalten, wie Erster Kreisrat Christian Wolf auf Anfrage unserer Zeitung sagte.
Lediglich drei Lebensmittelkontrolleure gebe es für den Landkreis mit seinen inzwischen 130 000 Einwohnerinnen und Einwohnern sowie großen Lebensmittelverarbeitern wie die Schlachterei Heidemark (Ahlhorn) oder Geestland (Wildeshausen). Sie werden von Veterinären fachlich begleitet, wie Wolf erläuterte. Bei den Untersuchungen werde ein Augenmerk darauf gelegt, ob die Betriebe schon in der Vergangenheit aufgefallen seien. Wolf geht davon aus, dass der Kreis künftig mehr Lebensmittelkontrolleure einstellen muss, da eine entsprechende EU-Richtlinie erweitert worden sei.
Das Veterinäramt hatte (wie berichtet) 37 Betriebe und 19 Einzelpersonen im Landkreis Oldenburg ermittelt, die Produkte des nordhessischen Herstellers Wilke Waldecker Fleisch- und Wurstwaren GmbH bezogen haben. Darunter waren unter anderem Supermärkte, Restaurants und Seniorenheime. Nach Angaben von Dr. Gero Leiner, Abteilungsleiter Lebensmittelhygiene in der Kreisverwaltung, gab es zudem eine erkrankte Person, die Symptome einer Listeriose zeigte. Die Ursache der Erkrankung war nächst unklar. Die ermittelten Betriebe und Privatpersonen wurden sofort von den Lebensmittelkontrolleure angerufen oder angeschrieben. Sensible Einrichtungen wie Seniorenheime und Krankenhäuser hatten die Kreismitarbeiter so schnell wie möglich aufgesucht, um die betroffene Ware aus dem Verkehr zu nehmen. Die Lebensmittelkontrolleure mussten auch oft Aufklärungsarbeit leisten, da vielfach der Irrtum bestand, dass sich der Keim „Listeriamonocytogenes“ nicht bei Kühlschranktemperaturen vermehren kann.
