WILDESHAUSEN - Alicia Lechat hat eine große Portion Neugierde mitgebracht: „Ich die Stimmung in Deutschland kennenlernen“, sagt die 15-Jährige. Von ihren Freundinnen hat sie nur Gutes über die deutsch-französische Freundschaft gehört. Dabei hat sie – mit Ausnahme eines Besuchs im „Europa-Park Rust“ – bislang keinen Kontakt zu Deutschland.

Insgesamt 28 Jugendliche aus der Wildeshauser Partnerstadt Evron sind seit Dienstag in der Region zu Gast. Nach mehr als 14 Stunden Busfahrt hat die Gruppe erneut ihre Zelte auf dem Campingplatz Aschenbeck in Aschen­stedt aufgebaut. Betreuer Bruno Massé hatte im Vorjahr den Platz ausgesucht, nachdem 2009 das Wetter den Franzosen in Aumühle übel mitgespielt hatte.

Annegrete und Hans Braun, Patrick Goossens und Roga Korinke vom Partnerschaftskomitee sowie Wildeshausens stellvertretende Bürgermeisterin Christa Plate begrüßten die Gäste. „Freundschaft ist nicht nur ein köstliches Geschenk, sondern auch eine dauerhafte Verpflichtung“, erinnerte Plate an die Worte von Altbürgermeister Wilfried Bonke bei der Besiegelung der Partnerschaft im Juni 1980 in Evron. „Sie, liebe Gäste, füllen diese Partnerschaft mit Leben“, wies sie auf gegenseitige Besuche von Schulklassen oder Musikgruppen hin. Plate: „Ihr seid die Stützpfeiler für unser Europa!“ Als Begrüßungsgeschenk verteilte Plate Eintrittskarten fürs Wildeshauser Freibad im Krandel. Für gemeinsame Aktivitäten spendierte das Partnerschaftskomitee Geld.

Massé, Leiter der Begegnungsstätte für Jugendliche in Evron, wird von den Betreuern Adelaide Planchais, Laura Pauchard und Bérangère Beauclair unterstützt. Das zehntägige Programm haben Jott-Zett-Leiter Roni Moklaschi, Karina Dauwe, Christina Müller, Jennifer Feldhaus und Fabian Schopp zusammengestellt. Zehn Jugendliche aus Wildeshausen machen mit. „Ich will Französisch in der Realschule wählen“, sagt Pia-Sophie Rautenberg (15). Auf dem Programm stehen unter anderem ein Besuch im „Olantis“, ein Tag in Bremen, ein Besuch im „Movie Park“ Bottrop, die traditionelle Nachtwanderung, ein Besuch im Kletterwald „Kraxelmaxel“ in Kirchhatten und das „Deutsch-Französische Fest“ am Sonnabend, 23. Juli, im Jott-Zett. Cloé Massé (16) ist übrigens bereits zum dritten Mal hier. „Es ist eine andere Welt“, meint sie. „Die Deutschen sind offener und höflicher als manche denken.“

Stefan Idel
Stefan Idel Landespolitischer Korrespondent