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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Gemeinden Wildeshausen

Libellen ist es auf Königshügeln zu heiß

28.05.2018

Wildeshausen „Eine klasse Führung“, meinte Wilhelm Dittschar. Seit einiger Zeit beschäftigt sich der Dötlinger mit dem Pestruper Gräberfeld. „Aber ich höre immer wieder etwas Neues – etwa, dass in der Bronzezeit Erze bis nach England gebracht wurden.“ Gut 30 Gäste nahmen am Sonntag an zwei Führungen unter der Leitung von Dr. Svea Mahlstedt und Dr. Hans Konrad Nettmann teil. „Angesichts des Wetters sind wir sehr zufrieden“, sagte Regina Dörrie, Leiterin des zuständigen Forstamts Ahlhorn.

Aus Sicht von Zoologe Nettmann (69) war es „eigentlich zu heiß“, um die vielfältige Fauna des gut 30 Hektar großen Areals zu erklären. Die Gäste sahen viele Wespen, Bienen und sogar einen Sandlaufkäfer, der wie eine Fliege starten kann. „Libellen fliegen leider nicht“, bedauerte Nettmann, „es ist zu heiß und zu windig.“ Vogelfreunde hätten morgens mehr Glück.

Mahlstedt bezeichnete das Gräberfeld als „etwas ganz Besonderes“. Die gut 530, etwa einen Meter hohen kreisrunden Grabhügel stammen aus der Zeit um 900 bis 200 v. Chr., gehören also der späten Bronze- und der Eisenzeit an. Die Archäologin erklärte den Unterschied zwischen „Königshügeln“, vermutlich zentralen Verbrennungsplätzen, und „Langhügeln“, in denen Knochen und Grabbeigaben gefunden wurden. Unter einem Grabhügel seien Pflugfurchen nachgewiesen worden; vermutlich ein Zeichen rituellen Pflügens. Anhand einer 3-D-Karte zeigte Mahlstedt die Verteilung der Hügel. Zwar sei nicht eindeutig bewiesen, woher die Toten stammen, so die Archäologin auf Nachfrage. Wahrscheinlich sei ein Einzugsbereich von acht bis zehn Kilometern. Allerdings seien die Menschen schon damals mobiler als angenommen gewesen.

Aufgrund einer Erkrankung von Schäfer Detlef Helmers war im Frühjahr keine Beweidung mit 122 Diepholzer Moorschnucken auf dem Gräberfeld möglich. Forstamtsleiterin Dörrie geht aber davon aus, dass im Herbst wieder eine Beweidung erfolgt.

Stefan Idel
Redaktionsleitung
Redaktion Wildeshausen
Tel:
04431 9988 2701

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