WILDESHAUSEN - Die Anspielung hätte deutlicher nicht sein können: Ausgerechnet in einem der ältesten Wildeshauser Gebäude, dem Remter an der Alexanderkirche, vollzog sich der Stabwechsel im Polizeikommissariat Wildeshausen. „Vom Wunder eines Neubaus stand leider nichts in der Translatio sancti Alexandri (dem Bericht über die Überführung der Gebeine des Hl. Alexander 850/51 von Rom nach Wildeshausen, d. Red.)“, spielte Polizeipräsident Hans-Jürgen Thurau auf die nicht mehr zeitgemäße Unterbringung der Polizei in den Dienstgebäuden an der Herrlichkeit an. Zugleich stellte er klar, dass angesichts der angespannten Finanzlage des Landes kurzfristig nicht mit einer Neubaulösung zu rechnen sei.
150 Mitarbeiter
Thurau führte Heinz Schevel am Montag offiziell in sein neues Amt als Leiter des Polizeikomissariats (PK) ein. Der 47-jährige Polizeirat, der bereits seit Februar in Wildeshausen arbeitet (dieNWZ
berichtete), führt künftig ein Team von 150 Mitarbeitern und ist Vorgesetzter der Polizeidienststellen im Landkreis. Er folgt Kriminaloberrat Günter König-Kruse, der von Dezember 2004 bis Oktober 2009 das Kommissariat geführt hat. Der 53-Jährige ist neuer Leiter der Zentralen Kriminalinspektion (ZKI) beim Polizeipräsidenten in Oldenburg.Thurau und Jörn Stilke, Leiter der Polizeiinspektion (PI) Delmenhorst/Oldenburg-Land, würdigten das Wirken König-Kruses. Er habe die Organisationsreform der Polizei erfolgreich umgesetzt. Unter seiner Ägide wurden drei neue Polizeistationen im Kreis eingeweiht. Die Polizei in Wildeshausen stehe „mitten im Leben“. Zum Amtswechsel kamen Vertreter aus allen Gemeinden im Kreis sowie Amtsgerichtsdirektor Dr. Detlev Lauhöfer und der ehemalige PI-Leiter Gerd Schütte. Der Polizeipräsident dankte auch dem Ersten Polizeihauptkommissar Harald Theile, der zwischenzeitlich die PK-Leitung übernommen hatte.
„Das Haus der Polizei ist stets gut bestellt“, betonte Wildeshausens stellvertretende Bürgermeisterin Christa Plate in ihrem Grußwort. Sie wies auf die gute Aufklärungsquote sowie die Präsenz in der Stadt, etwa während des Wochenmarkts, hin. Heute werde keine Bürgerwehr mehr benötigt, denn es gebe eine „Bürgerpolizei“. Sie hoffe, dass Schevel das Thema Neubau gemeinsam mit den Vertretern der Stadt vorantreibe. Für den Personalrat bedankte sich Wolfgang Schulze bei KönigKruse für die gute Zusammenarbeit („Er hat immer Wort gehalten“) und wünschte Schevel viel Erfolg.
„Ich bin seit 5 Uhr nervös“, umschrieb Schevel selbst seine Gedanken zum Wechsel. Er freue sich sehr auf die neue berufliche Herausforderung. Auch wolle er einen Stil der guten Zusammenarbeit mit allen Behörden pflegen.
Polizist von der Pike auf
Schevel stammt aus Gildehaus (Grafschaft Bentheim). Der 47-Jährige lebt mit seiner Frau und seinen zwei Kindern in Edewecht (Kreis Ammerland). 1979 wurde er als Wachtmeister bei der Polizei eingestellt. „Er hat den Beruf von der Pike auf gelernt“, sagte Thurau. Nach der Ausbildung war Schevel viele Jahre in unterschiedlichen Funktionen, unter anderem beim PK Bad Zwischenahn, eingesetzt. Anfang 2000 wechselte er in den Stab der damaligen Bezirksregierung Weser-Ems. Nach Abschluss des Studiums an der Hochschule der Polizei in Münster wurde er zum Polizeirat ernannt und wurde 2006 Leiter Einsatz bei der PI in Delmenhorst.
Auf den Remter als Ort für die Feierstunde ist der neue PK-Chef übrigens bei einem Rundgang mit dem Wildeshauser Nachwächter gekommen. „Das Gebäude steht für Standhaftigkeit und Zuverlässigkeit“, erklärte Schevel. Alles Tugenden, die auch auf die Polizei im Kreis zutreffen.
