WILDESHAUSEN - WILDESHAUSEN - Zufriedene Gesichter nach dem traditionsreichen Wildeshauser Schaffermahl: „Die Rede von Finanzminister Möllring war einfach klasse“, meinte Oberstleutnant Heinrich Ahlers. Und Manfred Heinrichs, Leutnant der Schützengilde von 1403, bemerkte, dass er seinen Geburtstag wohl kaum besser hätte verbringen können. Allein Bürgermeister Franz Duin überfiel eine gewisse Wehmut. Für ihn war es am Mittwoch der letzte Auftritt als Gildegeneral beim Schaffermahl. „Ich überlege mir das noch“, schmetterte Duin trotzig Oberst Heinrich Nuxoll entgegen, als der Regimentskommandeur darauf hinwies.

Als geübter Redner präsentierte sich Duin gleichwohl in Hochform. Als Roter freue es ihn, sagte Duin mit Blick auf Möllring, dass dessen Lieblingsschriftsteller Norbert Klugmann sei. Vermutlich weil in dessen Werk „Niebuhr und Marks“ ein schwarzer Landwirt die Hauptrolle spiele. Er habe das Buch übrigens von einem grünen Buchhändler geschenkt bekommen, spottete Duin. Der General hatte aber auch ein Auge auf die heimische Wirtschaft. Besonders begrüßte er den Preisträger des Wirtschaftspreise 2005, Wolfgang Rixen, sowie den Investor für den neu erstrahlten Hannoverschen Hof, Jürgen Luthardt. Dieser ist Mitglied der Königskompanie.

Der trockene Humor des CDU-Finanzministers Hartmut Möllring begeisterte die illustre Gesellschaft im historischen Rathaus nach Heringsessen und Tabakkolleg. Als „Herr der roten Zahlen“ verteidigte er die Veräußerung von Landesimmobilien zur Haushaltssanierung. Zur Kritik am Verkauf eines Grundstücks nahe der Winklmoosalm in Bayern bemerkte er: „Meine drei Kinder haben Ski fahren gelernt, weil meine Frau sie in die Skischule gesteckt hat. Und nicht, weil ihr Papa einen Berg gekauft hat.“ Der Gilde bot er an, für 60 000 Euro eine Sternwarte in Göttingen zu kaufen. Dann müssten die Mitglieder nicht mehr mit dem Fernglas einer Kaffee-Kette auf der Wiese stehen und den Saturn suchen. Auch das spätere Beisammensein im Alten Amtshaus genoss Möllring sichtlich.

Vor dem Schaffermahl hatte der Finanzminister seine Parteibasis besucht. In der CDU-Geschäftsstelle informierten sich Mitglieder des Stadtverbandes aus erster Hand über den Stand der Tarifgespräche im Öffentlichen Dienst und über den Schuldenabbau des Landes.

Gestern besuchte Minister Möllring übrigens das Finanzamt Quakenbrück. Dort warb er eindringlich für „Elster“, ein Programm zum Ausfüllen von Einkommensteuererklärungsformularen. Kein Vergleich zum humorvollen Auftritt beim Schaffermahl.

Bilder vom Schaffermahl unter: www.nwz-online.de/schaffermahl