Wildeshausen - Das neue, knackige Programm des Gildefestes am Mittwoch nach Pfingsten kommt an. Proppenvoll war es auf der Westerstraße beim Rededuell zwischen Gildegeneral Jens Kuraschinski und Landrat Carsten Harings. Ihr Thema: die Digitalisierung.

Kuraschinski fürchtet, dass das Gildefest künftig nur noch digital zu erleben sein könnte. Möglicherweise werde der Papagoy bald per Mausklick abgeschossen und eine Kompanie „Cybertor“ marschiert aus. Er forderte den Landrat auf, den Breitbandausbau zu stoppen. „Unfassbar“, reagierte Harings. „Die Welt ist nun einmal, wie sie ist.“ Vielmehr solle sich die Gilde die Digitalisierung zunutze machen und Märkte für Braunbier und Papagoy erschließen. Harings: „Gibt jeder Chinese nur einen Taler aus, so winkt Ihnen ein Milliardengeschäft.“ Und der General würde in einem Atemzug mit Leonardo da Vinci oder Albert Einstein genannt werden.

Zeuge des Rededuells war auch Andrzej Ochlak, Landrat des polnischen Partnerlandkreises Nowomiejski. Der 61-jährige Verwaltungsexperte, derzeit mit einer Delegation zu Gast, zeigte sich begeistert vom Gildefest.

Zuvor waren Schaffer Fabian Reinke und König Thorsten Graf auf der Herrlichkeit vorgestellt worden. Den Rockappell führte Oberst Willi Meyer, mit Adjutant Andreas Tangemann an der Seite, wieder selbst durch. Der Auftritt von Spielmann Peter Petersen als „Probe-Oberst“ und dessen Kollegen Thomas Schwoll sei „nicht brauchbar“ gewesen, befand der Oberst. Die beiden Musiker wiederum monierten einen Fehler in der Berichterstattung und wollten zum Musikkorps wechseln. Das Orchester wollte die beiden aber nicht haben. Also reihten sich Petersen und Schwoll wie gewohnt beim Spielmannszug ein.

Beim Musikkorps ließ Dirigent Ingo Poth derweil den Rock-Klassiker „Smoke on the water“ anstimmen. Schaffer Fabian Reinke sagte, er habe die Nacht gut überstanden. Zur Küstenwache wollten die beiden Wachesoldaten Elmar Coert und Patrick Bielefeldt.

In die Reihen der Wachkompanie hatte sich der Erste Polizeihauptkommissar Harald Theile gestellt. Theile, der Ende des Monats pensioniert wird, bot sich als Fitnesstrainer an. Vor dem Gildefest solle mindestens zweimal pro Woche trainiert werden – vor allem der Stechschritt. Er wolle aber im Rang eines Majors eingestellt werden. Theile habe keine Forderungen zu stellen, so der Oberst. „Bei uns wird delegiert.“ Also ordnete der Oberst einen dreimaligen Parademarsch an – und Theile musste zeigen, ob er wirklich Stechschritt kann.

Stefan Idel
Stefan Idel Landespolitischer Korrespondent