WILDESHAUSEN - WILDESHAUSEN/ROH - In Argentinien segne er im Juli beim Fest des St. Christophorus, dem Schutzheiligen der Autofahrer, bis zu 500 Autos, berichtet Jürgen Nowak. In Wildeshausen waren es am vergangenen Montag nur fünf Wagen und ihre Besitzer, die der katholische Pastor segnete.

Novak, der bereits seit 14 Jahren in der argentinischen Stadt Chacabuco, Provinz Buenos Aires, lebt und arbeitet, ist öfter in Deutschland. Im Juli bis Anfang August hatte er den Pastor der Wildeshauser St.-Peter-Gemeinde, Heinz Holtmann, vertreten. Durch seine Aufenthalte in der Kreisstadt kennt er auch Anna-Maria Reiser, die nahezu alle ihre Autos, die sie in ihrem Leben gefahren hat, auf einen Namen segnen ließ. Sie hießen unter anderem Silberstern, Sommertraum und Otto. Ihr neuester Kauf („den habe ich mir zum 80. Geburtstag geschenkt“) soll den Namen Blacky bekommen.

Mit Anna-Maria Reiser lassen auch Elfi und Karl Schütte ihren Wagen segnen und nennen ihn nach ihren beiden Enkeln Bennet-Luca. Erwin und Helga Ammen wünschen sich allzeit gute Fahrt mit Bruno, benannt nach Bruno Gröning, einem nicht unumstrittenen Heiler, der 1959 verstarb. Ludger Schulte gibt seinem Wagen den Namen Jonathan aus einem ganz einfachen Grund: „Er gefällt mir einfach.“

„Den Segen gibt es nur bis 150 Stundenkilometer“, scherzt Nowak, bevor er als Zeichen seiner Priesterwürde die Stola umlegt, den achtjährigen Felix zum Messdiener macht, der das Gefäß mit dem Weihwasser hält, und zur Segnung schreitet. Die Wagenbesitzer nehmen ihren Platz neben ihren Autos ein. Novak spricht ein Gebet, einen Segnungsspruch und gemeinsam mit den Anwesenden das Vaterunser. Wenige Spritzer Weihwasser regnen auf die Motorhauben, und die Insassen und ihre Wagen machen sich auf den sicheren Weg.