WILDESHAUSEN - Der Kreisbehindertenrat will sich stärker im „Kulturtreff“ am Kreisaltenheim in Wildeshausen engagieren. Das ist eines der Ergebnisse eines Arbeitstreffens des Gremiums am Sonntag in der Wohngemeinschaft Heidloge. „Denkbar wäre beispielsweise, dass eine Selbsthilfegruppe im Kulturtreff ein Zuhause findet“, erklärte die Fördervereinsvorsitzende und Leiterin des Kreisaltenheims, Birgit Plange. Offiziell eingeweiht werden soll der „Kulturtreff“ am Sonnabend, 14. Juni, und am Sonntag, 15. Juni.
Im Beisein der Behindertenbeauftragten des Landkreises, Rita Rockel, informierte sich der Behindertenrat über die Pflegereform, die am 1. Juli in Kraft tritt. Sabine Rolfes vom Pflegedienst Mobicare berichtete über das Angebotsspektrum ambulanter Pflegedienste. Plange zufolge seien inzwischen alle Appartements der Senioren-WG auf der Heidloge vermietet. Auf die Bewohner kommen monatlich Kosten von rund 600 Euro zu; darin enthalten seien beispielsweise die anteiligen Beiträge für die Unterstützung durch zwei Alltagsmanagerinnen.
Gleichwohl fand der Behindertenrat „Architektursünden“: „Die Wege zwischen Schlafzimmer und Bad sind viel zu lang. Auch die Garderobe ist ungeeignet“, sagte Vorsitzender Hans Sperveslage. Er riet Architekten, sich intensiver über barrierefreies Bauen zu informieren. Auch Rita Rockel kritisierte zahlreiche Stolperfallen in der Stadt, wie zum Beispiel hohe Bürgersteigkanten. Lobenswert sei, dass sich die Türen im Kreishaus wie im Stadthaus mittlerweile per Knopfdruck öffnen ließen. Der Kreisbehindertenrat hat vier Arbeitsgruppen zu den Themenkomplexen Öffentlicher Personennahverkehr, Barrierfreiheit bei öffentlichen Gebäude und bei Dienstleistern sowie die Integration von Behinderten eingerichtet. Erste Ergebnisse sollen im Herbst vorliegen.
