WILDESHAUSEN - Erhebliche Nachteile durch die Entwicklung des Flugplatzes Ahlhorn zur großen Flug- und Logistik-Drehscheibe fürchtet die Stadt Wildeshausen. Einstimmig forderte der Bau- und Umweltausschuss die Stadtverwaltung daher am Donnerstagabend auf, sich für ein Nachtflugverbot auf dem Areal einzusetzen. Es gelte, die Interessen der Bürgerinnen und Bürger der Kreisstadt zu schützen. Die Flugplatz Ahlhorn GmbH als neue Betreiberin hat einen Antrag gestellt, den Status als Sonderlandeplatz zu bekommen. Dies würde den 24-Stunden-Flugbetrieb für Flugzeuge bis zu 15 Tonnen erlauben.
„Wir müssen den Luftkurort Wildeshausen schützen“, betonte Karl Schulze Temming-Hanhoff. Das sah SPD-Fraktionskollege Hartmut Frerichs ähnlich: „Selbst in Bremen ist um 24 Uhr Schluss.“ Und Traute Sandkuhl (Grüne) meinte: „Die Stadt muss am Ball bleiben.“ Bürgermeister Dr. Kian Shahidi hatte sich im Zusammenhang mit der Bauleitplanung für das „Konversionsprojekt Flugplatz Ahlhorn“ gegenüber der Gemeinde Großenkneten geäußert. In dem Brief weist er auf „nachteilige Auswirkungen“ hin: „Im Landesraumordnungsprogramm Niedersachsen 2008 ist Wildeshausen als Mittelzentrum benannt worden Die Belange dieser Raumordnung sind bei der Planung zu berücksichtigen.“ Insbesondere müsse der Schutz vor Fluglärm gewährleistet sein.
Zu Beginn der Sitzung hatte Hans-Peter Ratzke von der Jade-Hochschule eine neue Software vorgestellt. Mit ihrer Hilfe ist es möglich, Dachflächen auf ihre Eignung für Solaranlagen zu prüfen. Aus Luftbildern werden 3 D-Modelle erstellt, die auch Dachneigung oder Schatten berücksichtigen. Die Kosten liegen bei rund 550 Euro pro Quadratkilometer. Für ganz Wildeshausen lägen die Kosten bei rund 25 000 Euro. Wie BBS-Lehrer Holger Adomat sagte, liege für die Dachfläche der Waldschule bereits eine Untersuchung vor. Der Ausschuss will beim Thema Photovoltaik am Ball bleiben.
