WILDESHAUSEN - Der Bereich Hochbau im Bauamt der Stadt Wildeshausen (Fachbereich 60) hat bisher im Jahr 2008 fast komplett brach gelegen. „Das war eine schwere Zeit, als die Stelle vakant war“, so Fachbereichsleiter Wilfried Johannes. Umso erfreuter war er am Dienstag, zusammen mit Bürgermeister Dr. Kian Shahidi die neue Kollegin im Bauamt vorstellen zu können. Die 35-jährige Bauingenieurin Martina Möhlenbrock tritt die Nachfolge von Heinz-Hermann Brunken an.
Der Übergang ist alles andere als fließend ausgefallen. Brunken ist offiziell bereits zum 1. Februar 2008 ausgeschieden. Unter der Vakanz litten mangels personeller Kapazitäten im Fachamt zentrale Bauvorhaben, so der Neubau des Kindergartens Pusteblume und die Sanierung des Kurbades, betonten Shahidi und Johannes.
Anderenorts werden Personalwechsel anders organisiert, wie das Beispiel Möhlenbrock zeigt. Sie ist zunächst drei Wochen im Stadthaus, bevor sie nochmals zwei Wochen zu ihrem alten Arbeitgeber, der Samtgemeinde Zeven, zurückkehrt. Dort gilt es, ihren Nachfolger einzuarbeiten. „Das ließ sich nicht anders regeln“, äußerte Shahidi dafür Verständnis.
In der zweiten Ausschreibungsrunde, gestartet im Frühsommer, hat sich die 35-Jährige für die Hochbau-Stelle beworben und den Zuschlag erhalten. Die Motivation dafür waren nicht zuletzt die hohen Spritpreise. Möhlenbrock wohnt mit Ehemann nämlich in Tweelbäke in der Gemeinde Hatten. Täglich 200 Kilometer hin und zurück zur Arbeitsstelle wurden ihr zur teuer. Wildeshausen kennt sie übrigens: Sie hat Verwandtschaft vor Ort.
Die gebürtige Delmenhorsterin, aufgewachsen in Hude, machte ihr Abitur am Graf-Anton-Günther-Gymnasium. Nach einer dreijährigen Ausbildung zur Holzmechanikerin auf der Brand-Werft in Oldenburg entschied sie sich für ein Studium weit weg von Zuhause. An der Fachhochschule Lausitz in Cottbus machte sie das Diplom als Bauingenieurin im konstruktiven Bereich, zwischendurch auch mit einem Praktikumssemester im Tiefbau.
Seit 2000 arbeitete Möhlenbrock bei der Samtgemeinde Zeven, einer Verwaltung von vergleichbarer Größe zu Wildeshausen. Auch die hiesigen Probleme kennt sie bereits: So sanierte die Samtgemeinde 2002 ihr Hallenbad „mit einem falschen Architekturbüro“. In den vergangenen drei Jahren hatte sie viel mit den größeren Sanierungsmaßnahmen zur Behebung der Fehlplanungen zu tun. Da lässt das Wildeshauser Krandelbad mit einer ganz ähnlichen Geschichte grüßen.
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