WILDESHAUSEN - Als Stühlerücker betätigte sich Wildeshausens Bürgermeister Dr. Kian Shahidi am Sonntagabend auf dem Rathaussaal. Weil beim Stadtempfang die Sitzplätze nicht ausreichten, holte Shahidi und Jens Kuraschinski, Tambourmajor des Spielmannszuges eifrig Stühle aus dem Nebenraum. Insgesamt begrüßten der Gildegeneral, seine Ehefrau Claudia und Oberst Ernst Frost zum Empfang mehr als 80 Ehrengäste aus der Region.

Gesehen beim Empfang wurden unter anderem die FDP-Bundestagsabgeordnete Angelika Brunkhorst, Landrat Frank Eger, die Landtagsabgeordneten Karl-Heinz Bley (CDU), Renate Geuter (SPD), Christian Dürr (FDP) und Kreszentia Flauger (Linke), die Kreistagsfraktionsvorsitzenden Ernst-August Bode (FDP) und Hans-H. Hubmann (CDU) sowie Vertreter der Gemeinden, vieler Verbände, Vereine und Schulen der Wittekindstadt. Natürlich kamen auch die Vertreter der Ratsfraktionen. Erstmals zu Gast beim Stadtempfang waren der katholische Pfarrer Holger Kintzinger sowie der neue Kommandeur des Luftlandeunterstützungbataillons 272, Klaus Engel, der mit Ehefrau Claudia kam. Er berichtete, dass die einst in Wildeshausen stationierten Soldaten derzeit ihren Sprungdienst absolvierten und demnächst zur Fortbildung nach Berlin reisen. Zu den Ehrengästen gehörte auch Hauptmann a.D. Gerhard Kindl. Er hatte Vertreter der Gilde vor einiger Zeit fachkundig durch das Druckhaus von WE-Druck geführt und die Produktion der

NWZ erläutert.

Shahidi wies in seiner Ansprache darauf hin, dass die Idee der heutigen Schützenbruderschaften bereits um das Jahr 1300 in Flandern entstanden sei. Sie habe seit Jahrhunderten Bestand. Zwar habe Preußenkönig Friedrich Wilhelm I. ein Verbot der Schützenfeste erlassen. Im Zweifel wolle er lieber auf Steuereinnahmen verzichten, so der Soldatenkönig. „Da mache ich mir keine Sorgen, was die Gilde anbelangt“, meinte Shahidi. Denn auf Steuereinnahmen wollten heute weder Bund noch Land verzichten.

Beim Gildefest gehe es nicht nur ums Feiern, sondern auch um Gemeinschaft und Bruderschaft. Der Gildegeneral prostete mit dem Bierglas in der Hand den Gästen zu: „Pingsten ward fiert“.