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Wirtschaft: „Wir leben hier nicht im Freizeitpark“

04.06.2010

WILDESHAUSEN Gute Nachrichten hatte Hans-Werner Aschoff, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft für den Landkreis Oldenburg (WLO), im Gepäck: 8272 Gewerbe wurden 2009 in unserer Region gezählt. Die Existenzgründungsquote ist im Saldo positiv. Und Projekte wie die „Wachstumsregion Hansalinie“ entlang der Autobahn 1 oder der Breitbandausbau im ländlichen Raum bringen den Kreis weiter voran, berichtete Aschoff am Mittwochabend vor der Mitgliederversammlung des CDU-Stadtverbandes Wildeshausen. Doch als der WLO-Chef für die fliegerische Nutzung des Flughafens Ahlhorn warb, wehte ihm kräftiger Wind entgegen.

„Vertreten unsere Bürger“

„Wir wollen den Großen­knetern nicht ihren wirtschaftlichen Erfolg wegnehmen“, sagte CDU-Stadtverbandsvorsitzender Michael Steinhoff. Aber der Luftkurort Wildeshausen dürfe nicht zur „Einflugschneise für einen Lastflughafen“ werden. Ein Nachtflugverbot für Ahlhorn forderte auch CDU-Fraktionsvorsitzender Dr. Volker Pickart. Für jeden Neubau eines Maststalles sei ein Verfahren nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz erforderlich, doch bis heute sei die Stadt Wildeshausen in die Entwicklung nicht eingebunden, kritisierte er die seiner Ansicht nach mangelnde Informationspolitik des Investors in Ahlhorn, der Johann Bunte Bauunternehmung (Papenburg). „Wir müssen die Interessen der Stadt und ihrer Bürger vertreten“, betonte Pickart, der einräumte, seinerzeit als Kreisvorsitzender der CDU-Mittelstandsvereinigung (MIT) vehement für eine fliegerisch-logistische Nutzung in Ahlhorn geworben zu haben. Zudem gab er zu bedenken, dass der Fluglärm das neue „Resort Spascher Sand“ erheblich beeinträchtigen würde.

Zuhörer Wilhelm Lindemann sprach Aschoff direkt an: „Würden Sie in der Einflugschneise eines Flughafens wohnen wollen?“ Der WLO-Chef bejahte: „Wir leben in Deutschland nicht in einem Freizeitpark.“ Zudem sei er Wirtschaftsförderer.

„Luftkurort schützen“

Eine Lanze brach Aschoff für das angedachte Gewerbe- und Industriegebiet an der A 1 in Steinloge. Dies könnte eine ideale Ergänzung zum Flugpark Ahlhorn sein. Der WLO-Chef kann sich hier ein so genanntes „Agritechnikum Wildeshausen“, also einen Referenzstandort für die lebensmittelverarbeitende Industrie, vorstellen. Ex-Bauamtsleiter Manfred Höfken wies in der Debatte darauf hin, dass Wildeshausen als Luftkurort andere Prioritäten setzen müsse als ein Industriegebiet.

Aschoff wiederum glaubt, dass die Wahrscheinlichkeit, Betriebe nach Wildeshausen zu locken, mit einem Industriegebiet deutlich größer sei. Hier wusste er wieder die CDU-Spitze an seiner Seite: „Der Vorschlag eines Agritechnikums ist hervorragend“, sagte Pickart.

Stefan Idel Redakteur / Landespolitischer Korrespondent
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