Wilhelmshaven/Oldenburg - Allen Grund zur Freude hat das Studentenwerk Oldenburg, denn in diesem Jahr wird das 50-jährige Bestehen gefeiert. Wenngleich es in der Huntestadt beheimatet ist, hat es auch für den Standort Wilhelmshaven eine große Bedeutung. Denn seit inzwischen 43 Jahren, seit 1981, ist das Studentenwerk für die Studierenden in der Jadestadt zuständig. „Damals waren das knapp über 1000“, so lässt Lena Habermann, Presse und Kommunikation, wissen. Zugleich wurden damals die - inzwischen ehemalige - Mensa und das Studentenwerksbüro in Betrieb genommen. Zum jüngsten Erfolg, um Studierenden den Alltag am Campus Wilhelmshaven noch attraktiver zu machen, zählt der im vergangenen Jahr eröffnete Neubau der Mensa mit Studierenden-Service-Center.
„Unrealistisches Bild der Finanzkraft“
Vor allem das Thema Wohnen hatte seit jeher eine zentrale Bedeutung. Während es das Wohnheim in Wilhelmshaven nahezu „seit immer“ gibt, spielte die Privatzimmervermittlung des Studentenwerksbüros vor Ort eine wichtige Rolle. Dabei lässt sich auch etwas über das Verhältnis der Bürger Wilhelmshavens zu den Studierenden erzählen. In einer Passage des Geschäftsberichts 1985/1986 heißt es beispielsweise: „Insgesamt scheinen viele Privatvermieter in Wilhelmshaven immer noch ein unrealistisches Bild von der eingeschränkten Finanzkraft der Fachhochschulstudenten zu haben.
Die Erfahrungen aus früheren Jahren, als Wohnraum noch für gutes Geld an Montagearbeiter vermietet werden konnte, die ihre Zimmer auch nur während der Woche nutzten und an den Wochenenden zu ihren Familien zurückkehrten, werden allem Anschein nach auch auf die Studierenden übertragen. Dabei wird häufig nicht nur die wirtschaftliche Lage verkannt, sondern auch die Tatsache, daß die Wohngelegenheiten von den Studierenden nicht nur zum Schlafen genutzt werden, sondern daß dort […] auch gearbeitet und gelernt werden muß und die Wohnung immer stärker zum Lebensmittelpunkt wird.“
Der Mensabetrieb in Wilhelmshaven nahm 1981 den Betrieb auf. Bild: Studentenwerk Oldenburg
Eine vom Studentenwerk vorgenommene Wohnumfrage im Zuge der Rückmeldung zum Wintersemester 1985/1986 spiegelte schließlich wider, dass zum Wohnalltag oft „winzige Raumangebote, Nutzungsbeschränkungen wie Duschbenutzung einmal pro Woche sowie andere Einschränkungen, Auflagen oder Eingriffe in die Privatsphäre“ gehörten. Mitunter wurde gar versucht, Ferienwohnungen außerhalb Wilhelmshavens in der Nachsaison für maximal ein Semester den Studierenden anzubieten. „Dies deutet darauf hin, daß in Teilen der Bevölkerung ein unrealistisches Bild von den objektiven Wohnbedürfnissen der Studierenden besteht“, hieß es damals weiter.
Schließlich schaffte es das Studentenwerk Oldenburg durch vermehrte Aufklärungs- und Öffentlichkeitsarbeit, dem „unrealistischem Bild der Bevölkerung“ entgegenzuwirken. Es wurden viele persönliche Gespräche mit Vermietern geführt, wodurch Einfluss „auf Miethöhe, Nebenbedingungen und andere das Mietverhältnis berührende Fragen“ geklärt werden konnten, wie im Geschäftsbericht von 1987/1988 zu lesen ist. „Es zeigt sich, daß auch hierin ein wichtiger Arbeitsschwerpunkt des Studentenwerks liegen kann, der eben auf die geschilderte Weise zur Mehrung von Wohnraum und zur Verbesserung der Versorgungssituation führt, ohne daß unbedingt neue Häuser gebaut werden müßten.“
„Liebevoll gepflegtes Karteikartensystem“
Tatsächlich bestand die Privatzimmervermittlung als „liebevoll gepflegtes Karteikastensystem mit weit über 100 Vermieterinnen und Vermietern, mit denen teils eine jahrzehntelange Zusammenarbeit bestand“, erklärt Lena Habermann. Die Adressen daraus wurden erst im Jahr 2006 in die EDV übertragen, wie sich Linda Peters, die das Studentenwerksbüro in Wilhelmshaven seit 2006 führt, erinnert. Inzwischen gibt es die Privatzimmervermittlung seit etwa acht Jahren aber nicht mehr. „Studierende suchen inzwischen praktisch ausschließlich online nach Wohnraum“, erklärt Habermann.
Doch das Studentenwerk Oldenburg hat viele weitere und wichtige Aufgaben, was die Betreuung und Beratung von Studierenden angeht. Unter anderem zählen dazu die Psychologische Beratung (seit 1985), die BAföG-Beratung (seit 1985), die Wohnanlage Wiesenhof mit 240 Plätzen (seit 1985) sowie auch die Kita Jade-Campus mit 45 Plätzen (seit 2013).
