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NWZonline.de Region Wilhelmshaven

Aal, Butt und Flunder heute rar

21.10.2006

wilhelmshaven „Wir haben alle denselben Fimmel, die Fischerei liegt unserer Familie wohl im Blut“, schmunzelt Hans-Georg Krey. Wo andere Leute mal dieses, mal jenes Hobby pflegen, beginnt für die Kreys in jedem Jahr am 1. April ein zweites Leben. Dann wird das Mobilheim aus dem Winterquartier geholt und das Fischerdorf von den Mitgliedern des „Vereins der Banter Sportfischer“ für ein halbes Jahr zu neuem Leben erweckt.

Die Geschichte des Fischerdorfs, das am Banter Seedeich in Höhe des Freibads Klein Wangerooge liegt, reicht bis Anfang des vorigen Jahrhunderts zurück. 1908 begann man, sich durch die Fischerei ein Zubrot zu verdienen oder einfach den Nahrungsbedarf der oft großen Familien zu decken. Mit kleinen Ruderbooten pullte man hinaus auf den Jadebusen, pierte dort nach Aalen und stellte Reusen für den Krabbenfang in die Priele des Watts.

„Das Fischerdorf bestand bis 1980 aus festen Holzbuden“, weiß Hans-Georg Krey, „bei der Deicherhöhung mussten die Häuschen dann abgerissen werden“. Die Fischer rüsteten auf Mobilheime um. Größer und komfortabler, waren sie mit den einfachen Holzhütten nicht zu vergleichen.

Platz gebe es genug im nach eigenen Wünschen angefertigten Mobilheim – in Wohnzimmer, Küche, Kochnische und Bad fühle man sich fast wie zuhause.

„Auch mein Boot habe ich anfertigen lassen, schon vor 35 Jahren. Es ist noch sehr gut in Schuss. Heute haben wir alle einen Motor dran, früher wurde nur gerudert, aber da waren die Wege noch nicht so weit.“ Ein paar Schritte in das flache Wasser hätten manchmal genügt, um fette Beute zu machen. „Früher gab‘s Aale noch vor der Haustür“, schwärmt Hans-Georg Krey, „diese Zeiten sind aber lange vorbei“.

Sobald im Frühjahr die Wassertemperatur hoch genug ist, beginnt die Angelsaison. Rund 20 Minuten fährt Krey zu seinem Fischgrund Richtung Arngaster Leuchtturm – jeder seiner Vereinskollegen hat ein eigenes Fanggebiet. „Die Ausbeute ist heute meist gering. Aal ist seltener geworden, auch Butt und Flunder sind rar. Manchmal kommt einiges an Krabben rein.“

Die Reusen stehen 300 bis 400 Meter weit im Watt und müssen täglich kontrolliert werden. „Sie sind auf ablaufendes Wasser gestellt, damit der Beifang am Leben bleibt“, erklärt Krey.

Bis 1973 als Schweißer auf der Jade-Werft beschäftigt, ließ sich Krey dann zum Schweißfachmann und Lehrschweißer ausbilden. „Ich bekam eine Stelle im Bremer Mercedes-Werk. So war es unter der Woche nichts mit der Fischerei. Am Wochenende pilgerten wir regelmäßig mit der ganzen Familie nach Wilhelmshaven.“

Bis heute sind Ehefrau Erika und die Söhne Torsten und Hans-Joachim dabei, wenn es ums Fischen geht. „Selbst unser Enkel ist infiziert“, lacht Hans-Georg Krey, „Björn ist 18 Jahre und hat schon ein eigenes Boot“.

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Klein Wangerooge | Mercedes

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