Wilhelmshaven - Ein auf den ersten Blick unscheinbares Produkt aus Wilhelmshaven hat in den vergangenen Jahren geholfen, satte 255 Millionen Kilo CO2-Emissionen einzusparen. Beim Recyclingunternehmen Alba wurde vor vier Jahren eine Produktionsanlage für besondere Aluminiumwürfel in Betrieb genommen: Aus dem bei Alba zerkleinerten Schrott werden Späne gemacht, die dann schließlich in Würfel gepresst werden, welche dann als Zusatzstoff bei der Stahlproduktion in Hochöfen eingesetzt werden. Was die Würfel so besonders macht: Die Alu-Würfel für die Stahlproduktion brauchen eine ganz besondere Qualität und werden deswegen üblicherweise neu gegossen. Alba hat es hingegen mit einem speziellen Verfahren geschafft, die gleiche Qualität mit recyceltem Aluminium zu erreichen.
Ein Kilogramm Aluminiumwürfel zu pressen spart im Vergleich zum Gussverfahren laut Unternehmen knapp 8,5 Kilogramm CO2-Emissionen. Der Energieverbrauch ist sogar 95 Prozent geringer. Patrick Kalk, Geschäftsführer bei der Alba Metall Nord GmbH sagt: „Die klimaschonende Produktion erfordert eine hohe Sortenreinheit der eingesetzten Schrotte. Es gibt viele verschiedene Legierungen, die sorgfältig voneinander getrennt und aufgereinigt werden müssen.
Alba setzt hierfür röntgen- und elektrostatische Sortiertechniken ein, um die hohe Sortenreinheit zu garantieren und ein Downcycling zu vermeiden.“ Downcycling bedeutet, dass ein Material zwar recycelt wird, aber danach nicht mehr die gleiche Qualität hat wie vorher. Genau dies wird durch das Würfelpressen verhindert.
Die Idee für die Produktion entstand 2017. Damals habe das Technikteam von Alba zunächst in Zusammenarbeit mit einem Maschinenbauunternehmen aus Süddeutschland eine kleine Versuchsanlage gebaut und über Monate ein marktreifes Produkt, sowie eine Produktionsanlage im industriellen Maßstab entwickelt. Von diesen Produktionsanlagen gibt es inzwischen gleich zwei auf dem Alba-Gelände an der Emsstraße. Die jährliche Kapazität liegt bei rund 10.000 Tonnen Aluminiumwürfeln.
Vor kurzem ist in der Jadestadt der 100.000.000. Aluminium-Würfel vom Band gefallen. „Unser grünes Produkt findet enormen Zuspruch. Die Nachfrage in der europäischen Industrie ist groß, und wir sind stolz und glücklich, dass wir mit unserer Entwicklung einen großen Beitrag für einen nachhaltigen Klimaschutz leisten“, sagt Geschäftsführer Kalk dazu und kündigt an, dass deshalb im kommenden Jahr noch eine dritte Produktionslinie in Wilhelmshaven aufgebaut werden soll.
